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Paradies für Jedermann

Vom 31.01.2011: Von: Yannick Fiedler
Das Angebot auf Mauritius wandelt sich. Die örtliche Touristikbranche reagiert mit neuen Angeboten auf die Bedürfnisse der Urlauber


Singles und Langzeiturlauber – auf den ersten Counterblick wohl keine potenziellen Mauritius-Urlauber. Sicher, das Inselparadies im Indischen Ozean zählt nach wie vor zu den Topzielen für einen Pärchenurlaub in gehobener Hotellerie – und diese Zielgruppe macht sicherlich den Großteil des Geschäfts aus.

Dennoch sehen Touristiker eine Veränderung der Gästestruktur und damit verbunden auch des touristischen Produkts. So hätten beispielsweise in der Vergangenheit überwiegend gut situierte Pärchen, die älter als 45 Jahre alt sind, einen Urlaub gebucht, nun kämen auch die Jüngeren, sagt Peter Schmidt, Vertriebs- und Marketing-Direktor bei der mauritischen Hotelgruppe Sun Resorts. Und Jenny Nax, Senoir Sales Manager bei den Naiade Resorts, bemerkt zudem einen wachsenden Anteil an Singles, Familien und Langzeitreisenden. »Viele unserer Gäste bleiben jetzt vier bis fünf Wochen in unseren Häusern.« Nax führt diese Entwicklung unter anderem auf den Trend zurück, ein  ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben zu schaffen, der sogenannten »Work-Life-Balance«. 

Differenziertes Angebot.
Die örtliche Hotellerie reagiert mit angepassten Angeboten auf diese Tendenzen. Innerhalb der Naiade-Gruppe werde sich beispielsweise das Beau Rivage langfristig auf mehr Familien einrichten, verrät Nax. Für Langzeiturlauber gebe es das Hideaways-Longstay-Package im Les Pavillons, inklusive Upgrade in die nächsthöhere Zimmerkategorie, freien Wäscheservice und  einen Friseurtermin.

Ebenfalls im Trend sind All-inclusive-Angebote. »Diese Produktform wird selbst im Fünf-Sterne-Segment immer populärer«, sagt Elisabeth Sulzenbacher, General Manager  Marketing bei Beachcomber in Deutschland. Die Luxushotelgruppe hat sich auf die Wünsche ihrer Gäste eingestellt und bietet diverse All-inclusive-Varianten an, etwa das Serenity-Plus-Paket im Fünf-Sterne-Hotel Shandrani Resort & Spa, das mit Champagner im Glas inklusive auf der Website lockt.

Die Branche reagiert jedoch nicht nur mit zusätzlichen Angeboten auf die Bedürfnisse ihrer Gäste. Es gibt auch bauliche Veränderungen. »Mauritius wird trendiger«, bemerkt Sun-Resort-Manager Schmidt. Nach wie vor sei der auf der Insel ausgeprägte Kolonialstil zwar tonangebend, doch es existiere nun zusätzlich eine modernere Architektur.

Auch sein Unternehmen trägt dem Geschmack des neuen Publikums Rechnung: Im April will Sun Resorts an der Ostküste bei Bellemare die Fünf-Sterne-Anlage Long Beach in Betrieb nehmen. Schmidt bezeichnet das jüngste Projekt als »trendiges Erlebnishotel« mit 255 Zimmern. Der Baustil der Anlage ist gradlinig und modern. Ein weiteres Beispiel für den neuen Stil ist Accor. Der Konzern ist mit seiner Design-Marke So ebenfalls auf der Insel präsent. Das Sofitel So Bel Ombre eröffnete im Dezember vergangenen Jahres an der Südküste von Mauritius.

 

Mehr Gäste.
Nach Aussage von Christina Meiners, Marketingmanagerin der Mauritius Tourism Promotion Authority in Deutschland, hat sich die Zahl der deutschen Mauritius-Urlauber im vergangenen Jahr erfreulich entwickelt. Rund 53.000 Deutsche reisten auf die Insel, 3,1 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009. Bei den Hoteliers ist die Entwickung ebenfalls positiv. So rechnet Beachcomber beispielsweise mit einem Zuwachs von etwa sieben bis acht Prozent. »Die Steigerungen im Fünf-Sterne-Segment sind allerdings höher als im Vier-Sterne-Bereich. Der Grund dafür ist, dass unsere Vier-Sterne-Hotels so stark ausgelastet sind, dass keine Steigerung mehr möglich ist«, sagt Sulzenbacher. Schmidt führt die positiven Effekte nicht nur auf die Erholung nach der Krise zurück. Das Erscheinungsbild der Destination habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt. »Dank der vielen Infrastrukturmaßnahmen ist Mauritius kein Dritte-Welt-Land mehr«, lobt er die Bemühungen der Mauritianer. Die Insel habe sich zu einem Urlaubsziel mit einem umfangreichen und diversifizierten touristischen Angebot entwickelt.

Counterarbeit.
Um den Verkauf des Urlaubsziels am Counter weiter voranzutreiben, plant das Fremdenverkehrsamt zahlreiche Aktivitäten für das neue Jahr.  Darunter eine Inforeise, eine Roadshow  sowie die Teilnahme an den Veranstaltungen der Reiseveranstalter. Außerdem bastelt die Mauritius Tourism Promotion Authority aktuell an einer deutschen Fassung ihrer Website. Diese soll bis zur Internationalen Tourismus Börse (ITB) im März fertiggestellt sein, verrät Meiners. Im Zuge dessen werde das Online-Trainings-Portal überarbeitet. Bis dahin gibt es deutschsprachige Broschüren, die Reisebüromitarbeiter für ihre Kunden beim Fremdenverkehrsamt telefonisch bestellen können.

Auch die Hoteliers beteiligen sich aktiv an der Vermarktung der Insel. Es gebe einige Agenten, die sich sehr gut auskennen und die Destination auch sehr gut verkauften. Doch diese Zahl sei überschaubar, sind sie sich einig. »2010 haben wir begonnen, uns mehr um die Schulung von Expedienten zu bemühen«, berichtet ­Beachcomber-Managerin Sulzenbacher. »Zum einen haben wir Roadshows mit Veranstalterpartnern durchgeführt, zum anderen haben wir potenzielle Reisebüros besucht und geschult«, sagt sie. Außerdem habe es im vergangenen Jahr Inforeisen gegeben. Diesen Kurs möchte sie auch 2011 beibehalten. Dazu wünscht sie sich eine engerere Zusammenarbeit mit ihren Partnern. »Definitiv wären konzertierte Roadshows und Seminare mit Airlines, Touristboard und Leistungsträgern eine gute Lösung. Dies passiert viel zu selten und sollte im Grunde zwei Mal im Jahr erfolgen«, fordert der Hotelprofi. Als bewährtes Mittel, um das touristische Produkt richtig kennenzulernen, preisen die Touristiker nach wie vor die persönliche Erfahrung. Dementsprechend bieten beispielsweise Beachcomber, Sun Resorts und die Naiade Resorts regelmäßig Pep-Angebote an. »Erst so lernt man den erstklassigen und unaufdringlichen Service kennen, für den Mauritius so bekannt ist«, wirbt Sun-Resort-Mann Schmidt. Und Sulzenbacher fügt hinzu: »Man kann tatsächlich sagen, dass sobald ein Expedient Mauritius persönlich kennengelernt hat, er diese Destination mit ganzer Überzeugung verkauft.« Und: »Das Produkt stimmt, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und die Reklamationsrate ist verschwindend gering.«               

www.tourism-mauritius.mu

Telefon 089/5 52 53 38 16

 



Vier auf einen Streich

Die Fremdenverkehrsämter von Mauritius, den Seychellen, La Réunion und Madagaskar wollen ihre Destinationen künftig auch unter der Dachmarke »Vanilla Islands« vermarkten. Ziel des Projekts sei es, neue Zielgruppen anzusprechen und sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Einzigartigkeit aller Beteiligten in Szene zu setzen. »Alle vier Inseln mit ihren vorhandenen Tourismusstrukturen, ihrer Vielfältigkeit an Naturlandschaften und Attraktionen eignen sich ideal, gemeinsam ein neues touristisches Reiseziel mit viel Potenzial zu werden«, ist Dr. Karl Mootosamy, Direktor der Mauritius Tourism Promotion Authority (MTPA) überzeugt. Derzeit arbeiten die Tourismusverantwortlichen an der Umsetzung des neuen Konzepts. In einem ersten Schritt sollen die Visumpflicht abgeschafft und Flugzeiten aufeinander abgestimmt werden, um Urlaubern das Inselhüpfen im Indischen Ozean zu erleichtern. Zudem müssten gemeinsam mit Hoteliers und Reiseveranstaltern entsprechende Produkte erarbeitet werden.

 

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