Ritt auf der Luxuswelle
Vom 25.03.2009: Von: Christan SchmickeMauritius verfolgt ambitionierte Pläne und will mit Investitionen in die Infrastruktur neben Badeurlaubern neue Zielgruppen gewinnen.
Wenn es um die kurzfristigen touristischen Perspektiven von Mauritius geht, sei Skepsis angebracht, meint die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik, Germany Trade and Invest: »Landeskenner prognostizieren für 2009 nur ein schwaches Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von real etwa 2,5 Prozent. Vor allem der in den vergangenen Jahren stark expandierende Tourismusbereich wird sich auf stagnierende Besucherzahlen einstellen müssen«, heißt es in einem Bericht. Auch die Mauritius Tourism Promotion Authority bereitet sich darauf vor: Sie prognostiziert für dieses Jahr einen Rückgang der Besucherzahl aus Deutschland von 61.484 im vergangenen Jahr auf rund 60.000. Wegen des Trends zu späteren Buchungen seien detaillierte Prognosen aber schwierig, so Leiterin Marina Siladji.
Die Vorzeichen für die langfristige Entwicklung seien allerdings ganz andere, meint das Board of Investment der Regierung von Mauritius im aktuellen Jahresbericht. Von 950.000 internationalen Besuchern im Jahr 2008 soll sich die Zahl der Einreisen bis 2013 auf rund 1,5 Millionen erhöhen, die Zahl der Hotelzimmer soll ebenfalls um rund 50 Prozent auf 14.000 steigen. Mit der Kapazitätsausweitung soll eine Verbreiterung der Angebotsbasis einhergehen. Neben dem Strandangebot für den heute dominanten Badetourismus sehen die Pläne der Regierung den Ausbau von Marinas, Golfplätze, Shoppingzentren und Einrichtungen für Wellness und medizinische Anwendungen vor.
Wachstumsträger auf der Nachfrageseite dürften nach den Plänen der Regierung weniger die EU-Länder sein als Gäste aus Indien, China, Russland und der arabischen Welt.
Um für den erhofften Nachfragezuwachs gerüstet zu sein, wird auf Mauritius kräftig investiert. So planen die Beachcomber Hotels, die derzeit mit acht Resorts auf Mauritius vertreten sind, an der wettergeschützten Westküste auf einem Areal von 160 Hektar eine Anlage mit Fünf-Sterne-Hotel, 18-Loch-Golfplatz und in einem zweiten Schritt mit 220 Residenzen auf Grundstücken von mindestens 2.000 Quadratmetern. Die Domaine de L’Harmonie soll 2012 eröffnet werden.
Etwas früher, nämlich Anfang 2010, ist die Wiedereröffnung des seit Mitte Januar geschlossenen Trou aux Biches geplant. Das Fünf-Sterne-Deluxe-Resort solle nach umfangreicher Renovierung »komplett neu gestaltet werden, aber die alten charmant-authentischen Charakterzüge behalten«, sagt Regionaldirektorin Elisabeth Sulzenbacher. Es soll dann aus Pavillons und Villen, sechs Restaurants, Sport- und Fitness-Center sowie einem Spa bestehen.
Wer nicht so lange warten will und heute schon nach neuen Anlagen sucht, findet im neu erbauten Four Seasons Resort Mauritius at Anahita eine luxuriöse Bleibe mit sechs Sternen, drei Restaurants, Fitness, Wellness, Sport, eigenem Hubschrauberlandeplatz und 18-Loch-Golfplatz.
Als Alternative bietet das ebenfalls 2008 eröffnete Grand Mauritian Resort & Spa aus der Luxury Collection von Starwood an der Nordwestküste gepflegten Luxus, 193 Zimmer, zwei Restaurants und einen 1.500 Quadratmeter großen Spa-Bereich im balinesischen Stil.
Nicht neu, aber frisch renoviert präsentiert sich das 258-Zimmer-Hotel Sugar Beach nun mit fünf Sternen und im Stil einer alten Zuckerrohrplantage. Die Verbindung aus kolonialem Flair und kreolischem Charme ist auch für Normalsterbliche erschwinglich: bei 125 Euro pro Person und Nacht geht’s los.


