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Boavista: Karge Insel, tolle Strände

Vom 28.01.2009: Von: Christian Schmicke
Auf der kapverdischen Insel treiben TUI und RIU gemeinsam die touristische Entwicklung voran.


Auf den ersten Blick wirkt die östlichste der Kapverdischen Inseln wie eine Steinwüste, in der nur wenige Palmenoasen und einige Hügel dem Auge Abwechslung bieten. Selbst wenn man genauer hinschaut, ändert sich daran nichts. Keine Frage: Für Freunde üppig bewachsener, lieblicher Landschaften ist diese Insel vor der Westküste Afrikas nichts.

Boa Vistas touristischer Trumpf sind die meist weißen, feinsandigen Strände, die sich auf einer Gesamtlänge von 55 Kilometern um die Insel ziehen. Der mittlerweile für jeden Sandkasten überstrapazierte Begriff des Traumstrandes hat hier seine Berechtigung – vor-ausgesetzt, man kann auf die Palmen, die für viele untrennbar damit verbunden sind, verzichten.

Bis vor kurzem fanden überwiegend enthusiastische Surfer den Weg auf die Insel, denn die meisten Rund- und Studienreisen, die Anbieter wie Studiosus oder Wikinger Reisen im Programm haben, lassen Boa Vista mangels nennenswerter Sehenswürdigkeiten aus. Im deutschen Markt sorgten Olimar, seit 1993 auf den Kapverden vertreten, und Inselspezialist One World für ein bescheidenes Angebot.

Der Startschuss für die Mission, Boa Vista auf die pauschaltouristische Landkarte zu bringen, fiel Ende der 90er Jahre mit Informationsreisen von TUI- und Riu-Vertretern. Die ersten Investitionen gingen allerdings auf die Nachbarinsel Sal, wo Ende 2005 das Clubhotel Riu Funana eröffnete. Zusammen mit dem direkt daneben liegenden Clubhotel Riu Garopa bringt es die Hotelkette auf Sal heute auf 2.000 Zimmer.

Auf Boa Vista nahm das Clubhotel Riu Karamboa (Foto) zur laufenden Wintersaison den Betrieb auf. 750 Zimmer revolutionieren nun die Angebotskapazität der Insel, die sich bis dato auf kleinere Unterkünfte und den unter italienischer Leitung stehenden Venta Club Boa Vista mit 150 Zimmern beschränkte.

Fast unwirklich erhebt sich das neue Resort, das nach fünfminütiger Fahrt vom Flughafen aus erreicht wird, aus seiner kargen Umgebung. Die weitläufige Anlage direkt am Strand ist ein Stilmix aus afrikanischen, arabischen und europäischen Elementen. Das All-inclusive-Clubhotel bietet Riu-typische Küche sowie je ein kapverdisches, ein asiatisches und ein afrikanisches Spezialitätenrestaurant. Sportlich spielen Surfen und Tauchen die Hauptrolle, aber auch die klassischen Sportangebote wie Tennis, Volleyball und Fitness fehlen nicht. Zudem gibt es in der Anlage Sauna und Jacuzzi.

Mit dem Karamboa sind die Wachstums-pläne der Riu-Kette noch nicht erschöpft. 2010 soll im Süden der Insel, am Strand von Santa Monica, das Riu Touareg als All-inclusive-Clubanlage mit 1.000 Zimmern eröffnen. Bislang führt nur eine staubige Piste in den unberührten Inselsüden. Bis zur Eröffnung, so Riu-Marketing-Vorstand Pepe Moreno, werde die Infrastruktur aber stehen.

Übrigens können auf Boa Vista auch Freunde kleinerer Hotels bei Riu übernachten. Das Hotel Kalema am Hafen des Fischerdorfes Sal Rei gefiel Riu-Chef Luis Riu, der während der Bauarbeiten für das Karamboa dort wohnte, so gut, dass er es kurzerhand kaufte, renovierte und nun über die Boutique-Hotel-Marke Luca vermarktet. Das Haus im italienischen Stil hat 17 Zimmer, die um einen Innenhof gebaut sind. Buchbar ist das Luca Kalema über TUI.

 
Informationen:

Der seit 1975 von der einstigen portugiesischen Kolonialmacht unabhängige Staat besteht aus neun bewohnten Inseln, rund zwei Flugstunden südlich der Kanarischen Inseln, 500 Kilometer westlich der afrikanischen Küste. Das Klima ist trocken, die Temperaturen liegen um einige Grade über denen der Kanaren. Das macht die Inseln zu idealen Ganzjahreszielen: Im Winter betragen die durchschnittlichen Tagestemperaturen um 25°C, auch die Wassertemperaturen sinken nicht unter 20°C.

Die Inseln:

Das breiteste Angebot für Badeurlauber hat Sal. Mit zahlreichen Hotels und dem lebendigen Ferienörtchen Santa Maria ist die Insel Anziehungspunkt für Wind- und Kitesurfer, Taucher und Strandfans. Entdeckungsfreudige können Buggy- und Jeeptouren unternehmen.

Boa Vista zieht ebenfalls Badurlauber und Wassersportler an, bietet aber eine Prise mehr »Robinson-Crusoe-Ambiente« da die Insel noch nicht so stark erschlossen ist.

Die größte Insel Santiago mit der quirligen Hauptstadt Praia gilt als die afrikanischste der Kapverden.

Santo Antão, bergig und im Norden tropisch grün, ist als Wanderinsel attraktiv.

Fogo bietet mit dem 2.830 Meter hohen kegelförmigen Vulkan Pico do Fogo ein imposantes Naturschauspiel.

São Vicente, Heimat der Sängerin Cesaria Evora, vermarktet sich als Kunst- und Musikinsel.

Unterkunft: Klassische Hotellerie mit gehobenem, europäischem Standard gibt es auf Sal, Boa Vista, Santiago und São Vicente. Auf den anderen Inseln bieten kleinere Hotels und Pensionen (pensão oder residencial) Übernachtungsmöglichkeiten.

Anreise: Tuifly fliegt einmal pro Woche von Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und München nach Sal und Boa Vista, im Sommer entfällt der Flug ab Hannover. TAP Portugal bietet Verbindungen über Lissabon.

Veranstalter: Olimar (alle Inseln), TUI, One World.

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