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Australien mit dem Bus entdecken

Vom 08.02.08: | Wolfram Marx

Busreisen durch den Fünften Kontinent sind und bleiben besonders bei Australien-Neulingen beliebt. Die Ostküste, das Rote Zentrum und das Great Barrier Reef gelten als die Top-Ziele.


Busreisen durch den Fünften Kontinent sind und bleiben besonders bei Australien-Neulingen beliebt. Die Ostküste, das Rote Zentrum und das Great Barrier Reef gelten als die Top-Ziele. Geschätzt werden vor allem deutschsprachige Touren.

Das Ehepaar Wehmeyer erfüllt sich einen langgehegten Traum. Endlich wollen die Rentner Australien kennenlernen, und nun stehen sie am Fuße des Ayers Rock, nachdem sie rund eine Woche zuvor durch den Hafen von Sydney gekreuzt sind und die Silhouette des Opernhauses bewunderten. Dafür nehmen sie auch gerne die langen Fahrtzeiten mit dem Bus in Kauf.
"Unsere Kunden schätzen die Sicherheit, die wir ihnen mit einer Busrundreise bieten", sagt Georg Vollmer, General Manager Europe von AAT Kings. Das australische Busunternehmen bietet eine Vielzahl von Touren durch Australien und Neuseeland – von einer dreitägigen Fahrt durchs Outback bis zur 34-tägigen Rundreise "Faszination Australien", die bis auf die Westküste sämtliche Höhepunkte des Landes umfasst. Die Touren entlang der Ostküste von Sydney nach Cairns oder auf dem Explorer Way von Darwin durchs Rote Zentrum nach Melbourne sind auch die populärsten Strecken. "Sie werden entweder in Teilstrecken von rund drei Wochen Länge oder im Rahmen einer kompletten Tour von rund fünf Wochen abgefahren", berichtet Dertour-Produktmanager Christian Schimack. "Die Kombination zwischen Ostküste und Outback bietet große Gegensätze mit interessanten Städten, dem Great Barrier Reef und dem Roten Zentrum. Das erklärt ihre Beliebtheit", meint Joachim Voss, Produktmanager bei Meier's Weltreisen. Die Route entlang der Westküste von Perth nach Darwin ist dagegen ein beliebte Wiederholer-Tour, erklärt Bernd Rösner, General Manager der Best of Travel Group. "In dieser abgelegenen Region spielt die Sicherheit der geführten Reise eine größere Rolle." Christine Seichter von Boomerang Reisen meint, die Westküste sei weniger gut für Busreisen geeignet. Der Grund: "Viele Höhepunkte sind nicht mit dem Bus erreichbar."
TUI-Produktmanager Jesko Krengel empfiehlt die Kombination von Selbstfahrertour und Busreise. "Eine Mietwagentour an der Ostküste und anschließend eine geführte Campingsafari in Zentralaustralien oder im tropischen Norden sind attraktive, abwechslungsreiche Kombinationen", so sein Tipp.

Kombinierte Bus- und Flugreisen. Eine echte Herausforderung für Busrundreisende in Australien sind die langen Fahrtzeiten. Abschrecken lassen sich die Kunden davon nach Aussage der Veranstalter aber nicht. "Wir haben schon mal Tagesetappen im Programm, die 650 Kilometer lang sind. Doch wir bauen immer relativ viele Stopps mit zwei oder drei Tagen an einem Ort ein, so dass die Gäste auch ihre Pausen haben. Ganz lange Entfernungen überbrücken wir auch per Flugzeug", erklärt AAT-Manager Vollmer. Die Flug-Bus-Lösung hält auch Meier‘s-Manager Voss für zukunftsweisend. Er stellt eine wachsende Nachfrage nach solchen kombinierten Rundreisen fest.
Reisebüros rät Voss, auf die Distanzen bei der Beratung ein wachsames Auge zu haben und den Kunden gegebenenfalls eine Flug-Bus-Kombination anzubieten. Auch Krengel tendiert bei den langen Strecken zur Überbrückung mit dem Flugzeug: "Insbesondere zwischen Darwin und Adelaide muss man sich sonst auf lange Strecken ohne viel Abwechslung einrichten." FTI-Produktmanager Dietmar P. Schulz dagegen bescheinigt den Überlandfahrten den höheren Erlebnisfaktor: "Gerade in Australien kann man die wahren Dimensionen eigentlich erst erkennen, wenn man diese auf dem Landweg zurücklegt. Daher ist eine solche Reise empfehlenswert." Birgit Mussgnug, Produktmanagerin Australien/Neuseeland bei Canusa, hält gerade die langen Fahrzeiten für ein Argument für Touren per Bus – besonders im Outback: "Auf einer Busrundreise kann der Gast entspannen. Zudem vermittelt die Reiseleitung Informationen viel spannender und informativer als ein Reiseführer auf Papier." Ein Aspekt, den auch Schulz herausstreicht: "Die Reiseleiter erklären und zeigen den Gästen Dinge, die man als Selbstfahrer oftmals nicht wahrnimmt."
"Insgesamt nimmt die Nachfrage nach Busrundreisen aber eher zugunsten der Selbstfahrertouren ab", so Voss. Eine Beobachtung, die auch von anderen Anbietern wie der Best of Travel Group geteilt wird. "Der Anteil lag im vergangenen Jahr bei rund zehn Prozent, ist aber leicht rückläufig", meint General Manager Bernd Rösner. Trotz dieser leichten Rückgänge sind die Anteile der Bustouristen bei allen Veranstaltern relativ konstant; ein Ende der Busreisen auf dem Fünften Kontinent ist nicht in Sicht.

Rundum-Versorgung zieht. Für Busreisen werde es auch weiterhin eine Klientel geben, sind alle Anbieter überzeugt. "Sie sind als klassische Gruppenreisen perfekt geeignet, für Leute, die gemeinsam etwas erleben wollen. AAT-Chef Vollmer sieht besonders in den Alleinreisenden eine wichtige Zielgruppe. Denn die meisten, die ohne Freunde oder Partner unterwegs seien, wollten nicht alleine für mehrere Wochen durch Australien reisen und suchten die Gemeinschaft. Bei der Auswahl der richtigen Gruppe seien allerdings einige Kriterien zu beachten, ergänzt Schimack – zum Beispiel die Gruppengröße: "Legt der Kunde Wert darauf, mit nur wenigen anderen Kunden zu reisen, so gibt es dafür spezielle Reisen mit einer Maximalteilnehmerzahl."
Auch Kunden, die über keine oder nur geringe Englisch-Sprachkenntnisse verfügen, seien bei Busrundreisen am besten aufgehoben, meint Dertour-Experte Schimack. Vollmer bestätigt diese Aussage: "90 Prozent unserer verkauften Touren sind deutschsprachig. Den Kunden ist es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, der sich auch um alle weiteren Probleme während der Reise kümmern kann." Auch Boomerang-Frau Seichter sieht dies als tragendes Argument an: "Der Kunde bucht sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket." Dies werde auch beim Blick auf die eingeschlossenen Leistungen deutlich, meint Rösner: "Manches Mal verbirgt sich hinter einem attraktiven Reisepreis nur eine karges Angebot, da eventuell Mahlzeiten und Ausflüge extra zu buchen sind."

Moderne Busflotte. Viel Geld investieren die Veranstalter in die Hardware. So hat AAT Kings – in Australien unter anderem Partner von TUI, Thomas Cook, Dertour, Boomerang, Canusa und der Best of Travel Group  – die Flotte in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert. "Seit etwa fünf Jahren setzen wir überwiegend europäische Modelle ein. Die Fahrzeuge haben 46 Sitzplätze. Da wir aber ein Teilnehmerlimit von 38 Personen haben, bleiben immer acht Plätze frei. Damit haben die Gäste an Bord ausreichend Platz", sagt Vollmer. (TO 02/08)

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