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Schlafend nach Seattle

Vom 08.02.08: | Wolfram Marx

Die Stadt am Puget Sound ist das zweite Ziel von Lufthansa im Nordwesten der USA. Washington State und Umgebung haben besonders Naturfreunden vieles zu bieten.


Eines der am meisten verbreiteten Klischees über Seattle ist, dass es in der Stadt ständig regnet. Eine Aussage, die deren Bewohner, die Seattleites, weit von sich weisen. Vielmehr wird immer wieder betont, dass es in der Stadt pro Jahr weniger regne als in Chicago und New York. Allerdings herrscht dort durch die Lage westlich der Wasserscheide der Cascade Mountains ein feuchtes Klima. Die Bergkette sorgt zudem für milde Winter und kühle Sommer. Das Gute: Die Feuchtigkeit führt dazu, dass die Stadt eine der grünsten der USA ist und der Bundesstaat Washington den Beinamen "Evergreen State" führt. Schon mehrfach wurde Seattle zu einer der Städte mit der höchsten Lebensqualität im Land gewählt. Ausflüge aus der Innenstadt in die Regenwälder und die Bergwelt sind nur ein Katzensprung weit weg und der mehr als 4.000 Meter hohe Mount Rainier ist als Hausberg Seattles das Ziel vieler Wanderungen. Er ist auch Namensgeber des Nationalparks, einer von drei in Washington, daneben gibt es noch weitere State-Parks.

Jetzt auch nonstop erreichbar. Die größte Stadt des Staates rückt nun für deutsche Urlauber näher, denn Ende März nimmt Lufthansa einen Direktflug von Frankfurt in den Flugplan auf. In die Sommerkataloge der Veranstalter fand die Verbindung wegen des späten Veröffentlichungstermins aber keinen Eingang mehr, doch sowohl Per Illian, Produktleiter Nordamerika bei Dertour, als auch Canusa-Chef Tilo Krause-Dünow erwarten mittelfristig eine Belebung der Nachfrage. "Der Flug richtet sich in erster Linie an den Geschäftsreisemarkt, doch werden mehr Kunden auch zu mehr Aufmerksamkeit führen", ist Krause-Dünow überzeugt. Er sieht den Schritt als überfällig an, denn die "Region braucht eine entsprechende Verbindung nach Seattle unbedingt". Auch Illian erwartet Zuwächse für den Nordwesten: "Abhängig von der Preispolitik der Lufthansa kann sich die Stadt als Alternative zu Vancouver und Portland entwickeln." Beide Nordamerikakenner sehen, genauso wie FTI-Nordamerikaleiterin Heike Pabst, ihre Unternehmen in der Region ausreichend aufgestellt. Seattle sei ohnehin bereits mit amerikanischen Fluggesellschaften über Umsteigeverbindungen gut zu erreichen. "Die sind oft günstiger als die Direktverbindungen", verrät Pabst.

Einweggebühren für Mietwagen. Die Pazifikküste ist in den Katalogen der Veranstalter seit jeher gut vertreten. Zu finden sind sowohl Bus- und Mietwagenrundreisen als auch Bausteinprodukte. Auch Kombinationen mit der kanadischen Provinz British Columbia sind möglich. Zwar sind Einwegmieten von Fahrzeugen mit Rückführungsgebühren verbunden, doch ein Grenzübertritt mit dem Mietwagen oder einem gemieteten Motorrad ist möglich, betonen die Veranstalter. Illian rät grundsätzlich dazu, nicht den stark frequentierten Grenzübergang Baline/White Rock zu nutzen, sondern auf den weiter östlich liegenden Übergang Sumas /Hintingdon auszuweichen. Schwierig ist es nur bei Wohnmobilen. Diese dürfen im Nachbarland nicht gefahren werden.
In Washington State, dem südlich gelegenen Oregon und British Columbia gibt es schier unzählige Ausflugsziele. An der Spitze stehen die Nationalparks und das Mount St. Helens National Volcanic Monument. Hier erfahren Besucher alles über die geologische Geschichte Washingtons mit seinen Vulkanen und den letzten Ausbruch des Mount St. Helens im Mai 1980. Für Outdoor-Freunde bieten die Parks und die umliegenden Wälder ein dichtes Netz an Wanderwegen und Flüssen für Kanu- und Kajaktouren sowie ausgewiesene Strecken für Mountainbiker.
Faszinierende Inselwelt. Krause-Dünow rät Urlaubern zu einem Besuch der Inselwelt zwischen Seattle/Anacortes und Vancouver Island: "Das sind wunderschöne Fährüberfahrten und Aufenthalte auf kleinen Inseln in einer unvergleichlich schönen Umgebung." Die westlich von Seattle gelegenen San Juan Islands bestehen aus rund 700 Inseln, von denen nur 60 bewohnt sind. Sie können mit dem Kanu erkundet werden. Friday Harbor auf San Juan Island ist Ausgangspunkt für Walbeobachtungstouren. Unbedingt empfehlenswert sei ein Ausflug in den Olympic Nationalpark mit seinem Regenwald. Das Naturschutzgebiet vereint mit Gletschern, Regenwald und der wilden Pazifikküste drei Ökosysteme. Zudem ist es die Heimat einer vielfältigen Tierwelt mit Bären und Bergbibern.
Heike Pabst legt Touristen einen Besuch im Nachbarstaat Oregon ans Herz, den FTI in diesem Jahr zum "Highlight of the Year" auserkoren hat. "Crater Lake und Mount Hood sowie die abwechslungsreiche Küste sind einen Ausflug wert." Dertour-Mann Illian schwärmt ebenfalls für den Landstrich: "Die Küste ist gesäumt von Felsmonolithen wie dem Haystack Rock am Cannon Beach, malerischen Leuchttürmen und kleinen Hafenorten." Internationale Aufmerksamkeit ziehen in beiden Staaten und im kanadischen British Columbia die Weinanbaugebiete auf sich. In Washington sind es in erster Linie die Regionen Puget Sound, Yakima Valley und Columbia Valley, in Oregon rund um Portland sowie in British Columbia die Region Thomspon Okanagan. (TO 3/08)

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