Leserkommentare zu:
Bahn: Fahrgastrechte sollen bald kommen
Vom 10.09.07:Die Veränderungen im Bahnbereich können sich meiner Meinung nach durchaus "bahnbrechend" auswirken. Wie ich aus meiner jahrelangen eigenen "Bahnfahrerfahrung" sagen kann, gibt es bei der Deutschen Bahn durchaus häufig Verspätungen. Diese Verspätungen sind zum großen Teil darin begründet, dass technische Probleme das sehr stark ausgelastete Streckennetz der Deutschen Bahn schnell durcheinander bringen. Die Deutsche Bahn hat sich gefühlsmäßig in den letzten Jahren zu einem marktwirtschaftlich arbeitenden Konzern gewandelt und ist selber bestrebt, einen zufriedenen Kunden zu haben, der das nächste Mal wieder den Zug statt den Flug bucht. Hier noch mit solchen extremen Rückzahlungsansprüchen den Kunden zu stärken, finde ich übertrieben. Die Bahn steht bereits unter einem starken Konkurrenzdruck durch die Billigflieger und soll auch wenig benutzte Strecken anbieten und so auch der unteren Mittelschicht eine gewisse Mobilität gewährleisten. Hier die Bahn noch zu bestrafen, dass sie ein bereits überbeanspruchtes Netz versucht so zu nutzen, dass eine gute Wertschöpfung einem zufriedenen Kunden gegenübersteht, ist so nicht in Ordnung. Verursacht die Bahn zu viele Verspätungen, wird Sie die Kunden aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso verlieren. Also sollte man hier der freien Marktwirtschaft doch seinen Lauf lassen, bzw. die Rückerstattungen etwas moderater ausfallen lassen. Zu den Informationspflichten über die kürzeste und preiswerteste Strecke: Der Berater ist doch nur so gut wie die Software, die Ihm die Informationen liefert, oder?
Alexander Ablasser, Grafenwöhr
In Bezug auf die Verspätungs-Entschädigungen möchte ich nur darauf hinweisen, dass in keinem Falle die DB-Agenturen hier wieder mit einbezogen werden. Ein solcher Aufwand ist nicht hinzunehmen.
Vera Weidenbach, Bonn
Man kann wieder einmal erkennen, wie wider Detailkenntnisse deutsche Politiker im voraus eilenden Aktionismus handeln und nun dem Fahrkartenverkauf neue Informationspflichten aufdrücken wollen, indem die Kunden insbesondere über die kürzesten und billigsten Zugverbindungen und deren Anschlüssen sowie über die neuen Fahrgastrechte informiert werden müssen. Die meisten Kunden wollen jedoch nicht zeitraubend zwangsinformiert werden, sondern nur mal eben eine Eisenbahnfahrkarte kaufen. Beschränkt man die Informationspflicht allerdings auf allgemeine Hinweise wie z.B. in der Signatur von E-Mails oder auf Reisepläne, dann werden diese - wenn einmal von den Kunden tatsächlich benötigt - gerne ob des Informationsüberflusses überlesen. Wir fragen uns, warum Politiker und auch Fahrgastverbände wieder und wieder die Informationspflicht über die kürzesten und billigsten Zugverbindungen hervorheben und fordern. Viele Kunden wollen nicht zwingend die kürzesten und billigsten Zugverbindungen buchen, sondern haben ganz andere Präferenzen, wie z.B. Reisen über eine bevorzugte Strecke mit gegebenfalls höherem Fahrpreis und längerer Reisezeit. Es geht nicht immer nur ums reine Reisepreisgeizen. Offensichtlich wollen die EU und deren ausführende Organe auch im Fahrkartenverkauf bei Dienstleistern und Kunden Verunsicherung stiften und dadurch auf beiden Seiten Freiheit zur Selbstbestimmung nehmen und durch vorgedachte Handlungsmuster ersetzen. Natürlich unter dem Deckmantel des Kundenschutzes.
Andy Paula, Pullach

