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22.05.2013
17:40

Verbraucherschützer mahnt Fluggesellschaften ab

Foto: Verbraucherzentrale NRW

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat Air Berlin, Condor, Tuifly, Germanwings, Lufthansa und Germania wegen ihrer Auffassung nach überhöhter Anzahlungsforderungen abgemahnt. Die Airlines verlangen bei der Buchung den vollen Flugpreis - und damit manchmal monatelang vor Reiseantritt. Das wertete NRV-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller (Foto) als klaren Verstoß gegen das Prinzip "Ware gegen Geld".

Forderung nach Vorauszahlungsgrenzen. Diese Klauseln in den Vertragsbestimmungen sind seiner Auffassung nach eine "Bruchlandung" für Verbraucherrechte: "Der Fluggast trägt zum einen das Risiko, sein Geld im Fall einer Pleite der Fluggesellschaft nicht zurückzubekommen. Außerdem verliert er das Druckmittel, Geld zurückbehalten zu können, wenn die Airline die vertraglich vereinbarte Leistung, wie Flugzeit, Start- oder Zielflughäfen ändern will." Die Verbraucherschützer wollen deshalb auch bei Flugbuchungen Vorauszahlungsgrenzen sehen: Der Flugpreis sollte frühestens 30 Tage vor Abreise fällig werden. Eine Anzahlungspflicht sei allenfalls dann akzeptabel, wenn auch Fluggesellschaften eine Insolvenzabsicherung vorweisen können, wie sie für Reiseveranstalter bereits vorgeschrieben ist.

Keine Vorauskasseregelungen. Die Vorauszahlungsforderung bei Airlines sei besonders problematisch: Während bei Reiseveranstaltern immerhin noch der vorgeschriebene Sicherungsschein vor dem Insolvenzrisiko des Veranstalters schützt, ist das Kundenrisiko bei Flugbuchungen "im freien Fall", sagt Müller und will auch hier die rechtlichen Vorgaben auf dem Prüfstand sehen. Eine besondere Luftnummer will die Verbraucherzentrale NRW bei Air Berlin ausgemacht haben: "Da gibt es im Kleingedruckten keine Vorauskasseregeln. Der Kunde akzeptiert per Bezahlung mit Kreditkarte oder Lastschriftverfahren, dass der komplette Flugpreis zu einem Zeitpunkt abgebucht wird, auf den er keinen Einfluss hat. Zwar ist eine Barzahlung möglich. Dazu muss man sich aber noch am Tag der Buchung zum Schalter der Airline aufmachen", empört sich Müller.

Bis Ende Mai haben die Fluggesellschaften nun Zeit, gegenüber der Verbraucherzentrale NRW zu erklären, dass sie künftig auf die kundenunfreundlichen Klauseln verzichten werden. Andernfalls wollen die Verbraucherschützer klagen.

Weitere Details gibt es hier

Fragen rund ums Reiserecht hat die Verbraucherzentrale hier zusammengestellt

Irmgard Krutt-Vöbel, 06-02-14 08:58:
Der absolut richtige Weg - aber so leicht werden es uns die Airliner nicht machen. Da ist Kampf angesagt.
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