Bookmark: FolkdLinkaARENAMister WongWebnewsYiggIt

Karibischer Bergausflug

Vom 12.01.2009: Von: Tanja Ronge
Das Trekking auf den 3.087 Meter hohen Pico Duarte in der Dominikanischen Republik ist ein Erlebnis. Voraussetzungen sind Spaß am Wandern, einigermaßen Kondition und Bereitschaft zum Komfortverzicht.


Wessen Idee war das eigentlich, im Jahresurlaub über Felsbrocken, Wurzeln, Geröll und teils durch ausgewaschene Lehmrinnen auf einen Berg zu kraxeln, genauer: den höchsten Berg der Karibik? Von wegen Pico-Relax-Tour. Ha! Mühsam ist es, mehr als gedacht.

Anfangs gesprächig, später angesichts der Anstrengung wortkarg stapfen die vier Urlauber ihrem dominikanischen Bergführer hinterher. Dieser läuft leichtfüßig und anscheinend mühelos auf dieser ersten Etappe dem 3.087 Meter hohen Gipfel des Pico Duarte entgegen – und legt ein im wahrsten Sinne atemberaubendes Tempo vor. An jedem Halt empfängt Hendrix, so der Name der 28 Jahre alten menschlichen Berggemse (Foto unten), seine kleine Wandergruppe aus Deutschland mit einem Grinsen.

Für ihn ist das Alltag. Seit zwölf Jahren arbeitet er auf der Rancho Baiguate, einer Aktivranch in Jarabacoa im Landesinneren der Dominikanischen Republik, die neben Rafting, Kayaking, Mountainbike-Touren auch Pico-Duarte-Touren anbietet. Ebenso wie zwei weitere Tourguides führt Hendrix zwei- bis dreimal pro Monat Menschen zum Gipfel. Häufig sind es Europäer, Franzosen, Schweizer und Deutsche, erzählt er. Erst ein einziges Mal war er mit dominikanischen Urlaubern unterwegs.

Klar. Wer nimmt freiwillig solche Strapazen auf sich? Grimmige Gedanken, der Atem geht schwer. Daheim steht mehr Sport auf dem Programm, das ist sicher.

Der Blick ist fest auf die Füße und das unwegsame Gelände gerichtet, das mit jedem Meter Höhe mühsamer zu werden scheint. Kapitulation, kurz vor Aguita Fría auf 2.650 Meter Höhe steigen die beiden Frauen auf die Mulis.

Sieben Mulis an der Zahl sind es: fünf für Bergsteiger und Guide, zwei fürs Gepäck und Lebensmittel. Begleitet wird der Tross außerdem von Jefferson, der für die Maultiere zuständig ist sowie von Giovanni, dem Koch, der ansonsten von Landwirtschaft lebt.

Für die Männer ist es eine Frage der Ehre. Sie wandern tapfer weiter.

Das Tagesziel heißt »La Compartición« und liegt auf 2.450 Metern Höhe. Es geht nach dem höchsten Punkt für heute in Aguita Fría also noch eine gute Stunde wieder hinab. Zeit, wieder vom Muli zu steigen. Die trittfesten Lastentiere lassen sich zwar nicht beirren und stapfen jeden noch so steilen Pfad unverdrossen entlang, aber wirklich entspannend ist das Geschaukel nicht.

Außerdem bleibt bergab auch so endlich wieder Luft, um die Landschaft zu betrachten. Ging es anfangs vom Eingang des Nationalparks auf 1.100 Meter Höhe auf teils matschigen Wegen durch eine üppige Vegetation, die mit ihren in den Weg hineinragenden Riesenfarnen manchmal an Neuseeland erinnert, zeigt sich die Vegetation nun karger. Auf weiten Flächen ist hier zudem der Kiefernwald durch einen Blitzeinschlag zerstört worden. Wie Mahnmale ragen die grauen Stämme in den Himmel.

Nach acht Stunden erreicht die Truppe die einfache Schutzhütte, in der sie die kommenden beiden Nächte verbringen wird.

Die Sonne versinkt, es wird rasch kälter.

Wer sich waschen will, muss runter zum Bach, wo ein Plastikrohr zur Gebirgsdusche wird. Brrr, schnell zurück zum Lagerfeuer und Wärme tanken für die eisige Nacht. In der Schutzhütte hat Hendrix die Zelte für die Wanderer aufgebaut. Doch durch die Bretter der Hüttenwände kriecht die Kälte und trotz Fleecepulli, langer Unterwäsche und Jeans wird es kalt in den Schlafsäcken. Weil der harte Untergrund nur durch eine dicke Wolldecke gemildert wird, spüren die schlappen Bergtouristen bald jeden Knochen. Die Nacht wird lang.

Doch am nächsten Morgen steigt die Laune wieder. Es herrscht strahlender Sonnenschein. Gipfelwetter. Nach zwei Stunden und 650 Höhenmetern liegt er da. Weil die Baumgrenze erst bei 3.000 Metern beginnt, wird es erst kurz vor dem Ziel felsig.

Über große Blöcke erklimmen die Wanderer den Gipfel, über dem die Büste von Juan Pablo Duarte thront, dem Gründer der ersten Dominikanischen Republik.

Weit schweift das Auge. Sonnenstrahlen kitzeln das Gesicht. Grandios. Ein Erlebnis. Und (fast) alle Strapazen sind vergessen.

 

 

Kontakte/ Anbieter:

DomRep Tours mit Sitz in Santo Domingo, www.domreptours.com
Geleitet wird das Büro in der Hauptstadt von Lisa Förster (Foto). Die deutsche Geschäftsführerin berät zusammen mit ihrer Schweizer Mitarbeiterin Patricia Peikert auch Reisebüros, die Rundreisen anbieten wollen.  

Ikarus Tours, www.ikarus.com (Trekking als Bestandteil der Reise: »Dominikanische Republik Aktiv«);

Wikinger Reisen, www.wikinger-reisen.de (Bestandteil bei »Karibik aktiv erleben«)

Rancho Baiguate, Aktivranch mit derzeit drei Guides, die Pico-Touren leiten,
www.ranchobaiguate.com

Rancho Cascada, Aktivranch unter österreichischer Leitung, Kontakt: Rudolf Peter Baumer, www.ranchocascada.com

Wer sich vorher Lust auf die Dominikanische Republik machen will und einen Reisebegleiter mit vielen hilfreichen, praktischen (Insider-)Tipps sucht, ist gut beraten mit dem im Michael-Müller-Verlag erschienen Handbuch von Lore Marr-Bieger, 4. Auflage 2009, ISBN 978-3-89953-439-9, www.michael-mueller-verlag.de. Der handliche Reiseführer wartet neben detaillierten Regionenbeschreibungen nebst Ausflugsempfehlungen auch mit zahlreichen Restaurant- und Ausgehtipps auf und ist deshalb gerade für Individualreisende ein wertvoller Ratgeber.

Keine Einträge

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA Bild zum Spamschutz 
* Ich bin mit einer Veröffentlichung einverstanden
NEWS | Umfrage

Glauben Sie die Kooperation zwischen Amadeus und HRS ist für den Counter von Vorteil?

Ja
Nein
Spielt für mich keine Rolle



Kommentar schreiben
WISSEN | Reiseziele
NEWS | Reiseziele | Montag, 16. Januar 2012

Die Magie des Lichts

Schwedisch-Lappland ist vor allem ein Ziel für Aktiv-Urlauber. Neue Produkte sollen den Norden für ein breiteres Publikum attraktiv machen.

mehr


EU Fluggastrechte jetzt kostenlos downloaden

TRAVEL ONE Downloads: Nützliche Dokumente für den Verkaufsalltag herunterladen, aufheben, ausdrucken und beim Kunden punkten.

Alle TRAVEL ONE Downloads ansehen

KIOSK | Travel One

Ausgabe 01/2012

Titelthema. Die Touristik wehrt sich gegen 
den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Urlauber.

Urlaub mit Tier. Hundebesitzer machen immer 
häufiger im Hotel Urlaub. Die Anbieter reagieren.   

Nordische Länder. Mit neuen Produkten will sich Schwedisch-Lappland für ein breiteres Publikum attraktiv machen. 

Asien. Sieben Jahre nach dem Tsunami herrscht in Khao Lak und auf Phuket schon lange wieder touristischer Alltag.

Indischer Ozean. Mit Hilfe der Airlines aus den Golfstaaten wollen die Seychellen ihren Erfolgskurs 2012 fortsetzen.

Interview. Warum Dertour einen Gay-Katalog auflegt, erläutert Manager Dietmar Malcherek.


Jetzt KOSTENLOS online lesen

PDF-Version zum Download und zum Drucken

Travel One Archiv