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Eiskaltes Design

Vom 29.01.10: | Christian Schmicke

Die Metropolen des Nordens spielen in puncto Kreativität auf Top-Niveau. Grund genug für einen Städtetrip zu ihren Galerien, Ausstellungen und Events.


Möbel, Autos, Geschirr, Deko-Gegenstände, Unterhaltungselektronik – schon lange sind Gebrauchsgegenstände, die in den Köpfen der Designer aus nordischen Ländern entstanden sind, in unseren Haushalten überall präsent. Nicht wenige von ihnen haben echten Kultstatus erreicht; vom »Ei« des Dänen Arne Jacobsen über die berühmte Vase des Finnen Alvar Aalto bis zum »Schneewittchensarg« des schwedischen Autoherstellers Volvo. Und nicht zuletzt ist das schwedische Möbelhaus Ikea bis heute in nahezu jedem Haushalt irgendwo präsent.

Trotz seiner praktischen und imagebildenden Bedeutung spielt Design als Thema touristischer Programme bislang eine untergeordnete Rolle. Neben den klassischen Nordland-Bildern von Fjorden, einsamen Landschaften, Seen, Flüssen, Hundeschlittensafaris und spuckenden Geysiren ist bislang noch wenig Platz für die kreative Seite der Reiseländer. Lediglich in einigen Städte- und Studienreiseprogrammen tauchen Design-Aspekte auf – zum Beispiel während der achttägigen Reise »Skandinavien – Metropolen des Nordens« von Studiosus.

Doch das sollte Freunde skandinavischer und nordischer Form- und Farbgebung keineswegs abschrecken – im Gegenteil. Wer Historie und Gegenwart der Gestaltungskunst im Norden Europas erkunden will, findet dazu in Kopenhagen oder Stockholm, Oslo, Helsinki oder Reykjavik  reichlich Gelegenheit. Die Innenstädte der Metropolen sind überschaubar und leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden.

Die Entdeckungstouren sollten sich keineswegs auf Museen und Galerien beschränken, denn auch gastronomisch und im Hinblick auf ihre Hotellerie haben die Hauptstädte Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Finnlands und Islands eine Menge zu bieten.

Wer sich bei seiner Reise voll und ganz auf Design-Themen konzentrieren will, kann sich an Veranstaltungen orientieren, während derer die Städte ganz im Zeichen gestalterischer Kräfte stehen. So ist die jährliche Stockholmer Design-Woche im Februar ebenso ein guter Anlaufpunkt wie die gleichnamigen Veranstaltungen Helsinkis im August und Kopenhagens im September. In Reykjavik findet vom 18. bis zum 21. März der »Design March« mit Ausstellungen, Vorträgen und Stadtführungen durch Architekten statt. Noch ein wenig gedulden müssen sich Besucher Helsinkis, die richtig aus dem Vollen schöpfen wollen. Denn der Startschuss für die »Welt-Design-Hauptstadt« fällt erst am Silvestertag 2011.Dann aber versprechen die Organisatoren unter dem Motto »Design als Teil des Alltags« ein »vielfältiges und innovatives Programm«.

 

 Oslo sucht das Ungewöhnliche

 

 

Selbst diejenigen, die Oper und Ballett wenig abgewinnen können, kommen zum Kirsten Flag-stads Plass 1 in Oslo. Denn das Opernhaus der norwegischen Hauptstadt gilt als architektonisches Unikum. Das vor zwei Jahren eröffnete Gebäude ist einem treibenden Eisberg nachempfunden.  Das weiße Dach – die Fassade besteht zu 90 Prozent aus Carrara-Marmor – fällt ins Meer hinab und ist so groß, dass Besucher darauf herumspazieren können. Etwas profaner wirkt dagegen das Kaufhaus »Norway Designs«. Auf einer Fläche von 850 Quadratmetern werben seit mehr als 50 Jahren Geschäfte für nordische Design-Artikel, von der Tasche bis zum Küchengerät.       PEH

www.operaen.no, www.norwaydesigns.no

 

 

Reykjavik pulsiert

 

 

Jung, pulsierend, trendy: Das ist Reykjavik. Dass es in Island überall »Hot Pots«, also heiße Quellen, gibt, wissen viele. Doch dass die Inselhauptstadt mit jeder Menge stylischer Kneipen, Bars und Restaurants und einer hippen und lebendigen Szene auftrumpfen kann, ist weniger bekannt. Zu den In-Bars zählen etwa das B5 und die coole Lounge-Bar 101 im gleichnamigen Hotel. Wer neue nordische Küche liebt, sollte einen Abstecher ins Nordic House einplanen, das vom renommierten finnischen Architekten Alvar Aalto gestaltet wurde. Angesagt ist auch die Fish Company. Und wer ein Faible für isländische Schmuckstücke, Accessoires und Möbel hat, wird sicher fündig im Designer-Laden Kraum.                TRO

www.b5.is, www.101hotel.is, www.dillrestaurant.is, www.fiskfelagid.is, www.kraum.is,
www.visitreykjavik.is, www.visiticeland.com

 

 

 

 Helsinki setzt Maßstäbe

 

 

Helsinki hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer der führenden Design-Metropolen der Welt entwickelt. Maßstäbe setzten in der Geschichte des finnischen Designs unter anderem das Unternehmen Marimekko bei Möbeln und Wohntextilien sowie der Möbeldesigner Alvar Aalto. Nicht zuletzt deshalb wurde die finnische Hauptstadt zur World Design Capital 2012 gewählt. Viele Zeugnisse des finnischen Designs und der Entwicklungen der Gegenwart können Besucher im Design District kennenlernen. Mittelpunkt des Distrikts ist der Dianapuisto Park, von hier erstreckt er sich über die Stadtviertel Kaartinkaupunki, Kamppi, Punavuori and Ullanlinna. Zu finden sind Designerläden, Kunstgalerien, Antiquitätenhändler, Studios für Innenarchitektur, Museen und Restaurants. Einen Überblick über Geschichte und Bedeutung des Designs für Helsinki bietet das Design Museum, und vom 27. August bis 5. September findet die Helsinki Design Week statt.               MX

www.designdistrict.fi

www.helsinkidesignweek.com

 

 

 

Stockholm zelebriert seine Möbelmesse

 

 

Vom 9. bis zum 13. Februar steht die schwedische Hauptstadt ganz im Zeichen von Form, Ästhetik und  Funktion. Parallel zur Stockholmer Möbel- und Beleuchtungsmesse, die am Samstag auch für fachfremde Besucher geöffnet ist, findet die Design-Woche statt. Mit vielen Ausstellungen und Events wetteifern Museen, Galerien und Geschäfte um Besucher. Doch auch außerhalb dieser Tage ist Stockholm ein interessantes Ziel für Design-Fans. Im Nationalmuseum zum Beispiel finden Gäste eine ständige Design-Ausstellung. Zu den Klassikern schwedischer Gestaltungskunst gehört Svenskt Tenn. Seit 1924 bietet das von der Kunstlehrerin Estrid Ericson und dem Designer Josef Frank gegründete Unternehmen Möbel, Textilien, Lampen und Geschenkartikel an. Wer auch bei der Übernachtung Wert auf zeitgenössisches Design legt, findet etwa im zentral gelegenen Nordic Light Hotel mit gegenüberliegender Eisbar, im innovativ gestalteten Story Hotel oder im Clarion Sign Hotel mit Möbeln und Gegenständen von Arne Jacobsen, Bruno Mathsson und Alvar Aalto die passende Unterkunft.                                                   CS

www.stockholmdesignweek.com; www.svenskttenn.se;

www.nordiclighthotel.se/sv; www.clarionsign.com/hotel.aspx

 

 

 

 Design-verrücktes Kopenhagen

 

 

Faszinierende Architektur, außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten und modernes Ambiente: Das vereint Kopenhagens Stadtteil Østerbro. Bei einem Spaziergang durch den nördlichen Hafenbereich, nahe der Uferpromenade Langelinje, stoßen Besucher beispielsweise auf die »genmanipulierte« Schwester des Kopenhagener Wahrzeichens, der kleinen Meerjungfrau. Die Bronzefigur des Künstlers Bjørn Nørgaard ist nur einen Kilometer vom Original entfernt und sitzt ebenfalls auf einem Felsen. Ein weiteres Design-Erlebnis bietet das in einem alten Kino beheimatete Designer-Kaufhaus »Normann«. Dort gibt es auf 1.700 Quadratmetern »Design-Verrücktheiten aus aller Welt«. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch im Café Royal Copenhagen, das in der gleichnamigen Porzellanmanufaktur zu finden ist. Dort isst man Smushi – eine Kombination aus Smørrebrød und Sushi – und sucht sich das Porzellan, auf dem die Speisen und Getränke serviert werden, selbst aus.     KM

www.normann-copenhagen.com
www.theroyalcafe.dk
www.visitcopenhagen.com

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