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Erlebnispark "Pott"

Vom 01.07.09: | Kendra Mietke

Als "Europäische Kulturhauptstadt 2010" will das Ruhrgebiet aus seinen verschiedenen Städten und Landkreisen ein großes Freizeitareal gestalten.


53 Städte, vier Landkreise, rund sechs Millionen Einwohner und ein großes industriekulturelles Erbe. Das ist das Fundament, auf dem die künftige Kulturhaupstadt, das Ruhrgebiet, steht. 2010 darf sich die Region ein Jahr lang mit diesem Titel schmücken. Damit verbunden ist nicht nur eine größere touristische Aufmerksamkeit für das Ruhrgebiet, sondern auch die finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union. Der Ruhr Tourismus nutzt diese Mittel, um aus dem größten Ballungsraum Deutschlands ein einziges großes Erlebnisareal zu schaffen. Mit kreativen Ideen und einer regionenübergreifenden Strategie bewirbt die Tourismuszentrale die »Geburt einer neuen Metropole«, der Metropole Ruhr.

Die Ruhrregion ist dafür touristisch in fünf Areale aufgeteilt worden. Stellvertreter für die Areale und die dortigen Sehenswürdigkeiten sind die Städte Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund und Oberhausen. Dort steht jeweils ein Besucherzentrum, das als zentrale Anlaufstelle Programminfos, Tickets, Hotelempfehlungen sowie Tipps zu Verkehrsmitteln, Wegen und Routen für Touristen bereithält.

Im Mittelpunkt der Vermarktung des Ruhrgebiets im Kulturhauptstadtjahr stehen Themen und Projekte, die sich gezielt der Region widmen. Architektur, Stadtentwicklung, bildende und darstellende Künste, aber auch Literatur und Geschichtskultur werden in zahlreichen Ausstellungen, Aufführungen, Konzerten und Events hervorgehoben. Das Projekt »Still-Leben Ruhrschnellweg« beispielsweise legt am 18. Juli 2010 den Verkehr lahm. Zumindest auf dem Ruhrschnellweg, der A40 zwischen Duisburg und Dortmund. Denn dort wird mitten auf der gesperrten Autobahn an diesem Tag eine 60 Kilometer lange Tafel aus rund 30.000 Tischen stehen, an der Bewohner und Besucher der Ruhrregion ein Picknick abhalten können. Die Tische für das gigantische Straßenfest sind im Internet für 25 Euro buchbar.

Rostige Rohre, imposante Fördertürme, alte Hochöfen und riesige Stahl- und Eisenkonstruktionen sind bis heute fester Bestandteil des »Ruhrpotts«. Doch die Zeiten, in denen die Schlote rauchten und der Stahl glühte, sind in vielen Städten vorbei. Dennoch ist die industrielle Vergangenheit noch allgegenwärtig. Die ehemaligen Zechen, Gießhallen und Hüttenwerke sind heute Industrieparks, Museen, wie zum Beispiel das Bergbaumuseum Bochum (Foto) oder Ausstellungsorte und locken jedes Jahr zahlreiche Besucher in das Ruhrgebiet. Daran soll sich auch im Kulturhaupstadtjahr nichts ändern. Ein neuer »Entdeckerpass« wird beispielsweise die touristische Themenstraße »Route der Industriekultur« stärker in den Vordergrund stellen. Die handliche Broschüre beinhaltet unter anderem 25 Ankerpunkte, darunter technik- und sozialgeschichtliche Museen, Aussichtspunkte und ehemalige Wohnsiedlungen, die auf der 400 Kilometer langen Strecke zu finden sind.

Auf der »Route der Industriekultur« erhalten Touristen einen Einblick in die rund 120 Jahre alte Industriegeschichte der Region. Idealer Startpunkt der Tour ist die Zeche und Kokerei Zollverein Essen. Rund 12.000 Tonnen Kohle wurden dort früher täglich gefördert. Heute zählt das riesige, rote Industriedenkmal zum Weltkulturerbe und ist sowohl das Wahrzeichen der Stadt als auch Schauplatz für Kongresse, Konzerte und Ausstellungen. Zollverein ist zudem eines von fünf Besucherzentren, in denen Touristen ihre Routen organisieren und sich informieren können.

Von der Zeche aus geht es weiter bis zur Margarethenhöhe (Foto), einer ehemaligen Arbeiterwohnsiedlung, die vor rund 100 Jahren von den Zechen und Industrieunternehmen gegründet wurde. Aufgrund ihrer Bauweise wird die Margarethenhöhe oft als erste »Gartenstadt« Deutschlands bezeichnet. Die einzelnen Wohnelemente befinden sich auf ehemaligem Agrarland, bis heute sind 50 Hektar davon unbebaubares Waldland. Viele Gebäude der alten Siedlung stehen unter Denkmalschutz, mehr als 7.000 Einwohner leben in dem Stadteil Margarethenhöhe. Für Besucher wurde eine Musterwohnung aus der damaligen Zeit hergerichtet, die besichtigt werden kann. Das historische Pendant zur einstigen Arbeitersiedlung Margarethenhöhe bildet die Villa Hügel, der ehemalige Wohnsitz der Familie Krupp. Die Industriellenfamilie lebte bis 1945 in dem imposanten Gebäude mit der großen grünen Parkanlage. Heute beherbergt das Hauptgebäude der Villa die Kulturstiftung Ruhr, die dort in regelmäßigen Abständen Ausstellungen oder Konzerte veranstaltet. Im Nebengebäude informiert die »Historische Ausstellung Krupp« über die Geschichte der Familie und die ihres Stahlindustrieunternehmens.

Für bewegungsfreudige Urlauber bietet sich die »Route der Industriekultur« übrigens auch als Radtour an, entsprechende Reiseführer gibt es in den Besucherzentren.

Auch die Veranstalter nutzen das Kulturhaupstadtjahr, um mehr Touristen in den »Pott« zu schicken. Ameropa widmet im »Städtekatalog 2009/10« der »Ruhr.2010.« eine ganze Sonderseite. Zudem begleitet der Veranstalter das gesamte Kulturhauptstadtjahr im monatlich erscheinenden Last-Minute-Prospekt. Bei Dertour gibt es im neuen Städtereisenkatalog eine Vielzahl von Angeboten zur »Ruhr.2010.« und auch Neckermann Reisen City & Events plant zusätzliche Informationsseiten sowie umfangreiche Sonder- und Marketingaktionen mit »Ruhr.2010«

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