Im Rausch der Farben
Vom 23.07.08: | Tanja RongeDas touristisch wenig erschlossene Bolivien garantiert Erlebnisse en masse: Touren auf dem größten Salzsee der Welt, dem »Salar de Uyuni«, mit dem Rad auf der »Straße des Todes« und im Boot durch die Pampa.
Kegelförmig aufgeschüttete Hügel sitzen wie an einer Perlenschnur aufgereiht nebeneinander. Sie strahlen in der gleißenden Sonne und bilden einen scharfen Kontrast zum blauen Himmel. Wie ein Wintermärchen. Doch unter den Schuhen knirscht nicht Schnee, sondern Salz – hier in der größten Salzwüste der Welt, dem rund 12.000 Quadratkilometer großen Salar de Uyuni in Bolivien. Touristen fotografieren, steigen in die Jeeps und brettern weiter über die endlos scheinende Weite der funkelnden Salzfläche (Fotos). Bald sagt niemand mehr ein Wort, Stille breitet sich im Wagen aus. Der surreale Reiz der Landschaft schlägt alle in ihren Bann.
Abgesehen von touristischen Anlaufpunkten – wie etwa dem Salzgewinnungsdörfchen Colchani oder der Insel Incahuasi mit ihren bis zu zwölf Meter hohen Kakteen, wegen ihrer Form auch »Isla del Pescado«, also Fischinsel, genannt – treffen Urlauber während einer solchen Tour kaum Menschen.
Die Attraktionen sind Natur, Landschaft, Einsamkeit, Weite, Ursprünglichkeit – und der Farbenrausch. Wenn abends die Sonne versinkt und glutorangerote Streifen in den Himmel über der Salzfläche malt, dann sind selbst unromantische Naturen verzaubert. Rosa Flamingos, grün leuchtendes Wasser der Laguna Verde am Fuße des Vulkans Licancabur und das Farbspiel der Laguna Colorada nehmen die Besucher gefangen. Dafür ertragen sie die sehr einfachen Unterkünfte in der bitterkalten Gegend. Sobald die Sonne versinkt, sind dicke Jacken, lange Unterhosen, Mützen und Handschuhe unverzichtbar.
Warme Kleidung ist ohnehin ein Muss für Bolivien-Urlauber. Zumindest für diejenigen, die dort im Hochland wandern oder die Mountainbike-Fahrt auf der sogenannten Todesstraße absolvieren wollen. Diese Strecke vom oberhalb von La Paz gelegenen La Cumbre Pass (4.700 Meter)
nach Yolosa in die feuchtwarmen Yungas, bei der Moutainbiker in rund drei Stunden auf einer Gefällstrecke von rund 3.000 Höhenmetern durch verschiedene Vegetationsstufen fahren, ist landschaftlich einmalig. (Grafik).
Es gibt nicht viele deutsche Veranstalter, die eine solche Radtour vermitteln – auch, weil es dabei immer wieder zu tödlichen Unglücken kommt.
Nachdem die Strecke anfangs in frühmorgendlicher Eiseskälte und scharfem Wind vom Pass zuerst über eine asphaltierte Straße führt (Foto), biegen die Radler später auf die alte Straße ab, eine Schotterpiste (Foto darunter).
Dort fallen Abhänge steil bis rund 330 Meter in die Tiefe. Übermut ist fehl am Platz. Doch wer ordentlich bremst, nicht zu dicht am Abgrund und generell vorsichtig fährt, wird mit grandiosen Ausblicken und einem unvergesslichen Erlebnis belohnt. In La Paz bieten viele örtliche Veranstalter die beliebte Tour an. Weil ein harter Konkurrenzkampf herrscht, sollten Urlauber nicht um jeden Preis sparen und die Räder begutachten. Gute Bremsen sind lebenswichtig.
Der Besuch von La Paz gehört in der Regel zu jeder Südamerikareise – und bietet sich für Individualurlauber als Dreh- und Angelpunkt an. Die zu Füßen der Cordillera Real auf 3.650 Metern gelegene und damit höchste Großstadt der Welt lohnt einen mehrtägigen Aufenthalt. Die vielen Straßenhändler, Marktfrauen in Trachten, Museen (Tipp: das Coca-Museum in der Calle Linares 906, www.cocamuseum.com), Restaurants, Kneipen und Bars sowie das Flair vergangener Zeiten im kolonialen Stadtkern machen La Paz so ansprechend.
Nur einige Busstunden und 160 Kilometer von der Großstadt entfernt liegt der Ort Copacabana am Titicacasee. Diesen erreichen Besucher auf einer landschaftlich reizvollen Strecke, eine abenteuerliche Fährüberquerung bei der Enge von Tiquina inklusive (das Foto unten zeigt, wie selbst Laster über das Wasser transportiert werden; die Passagiere überqueren das Nass in einem kleineren Boot getrennt von ihrem Gefährt).
Das kleine Städtchen auf 3.800 Meter Höhe, nicht weit von der peruanisch-bolivianischen Grenze entfernt, ist für seine gleichnamige Wallfahrtskirche (Foto unten) berühmt – diese ist übrigens Namensgeber für den Strand im brasilianischen Rio de Janeiro, nicht etwa umgekehrt.
Unbedingt empfehlenswert ist ein Ausflug von dort auf die Sonneninsel (beide Fotos unten), möglichst mit Übernachtung. Dann können Besucher morgens früh zu einer Wanderung über die Insel aufbrechen, die vom ersten Eindruck her im Mittelmeer liegen könnte – wenn das Seewasser nicht so eisig wäre.
Wer sich nach so viel Abenteuer bei frischen Temperaturen nach Wärme sehnt, dem sei ein Abstecher ins Tiefland nach Rurrenabaque empfohlen. Von La Paz aus fliegt beispielsweise TAM, die vom bolivianischen Militär betriebene Airline, in knapp einer Stunde dorthin. Rurrenabaque eignet sich als Ausgangspunkt für Touren in den Urwald oder die Sumpfgebiete, die Pampas. Bei der Fahrt dorthin rüttelt es die Teilnehmer im Jeep über eine staubige Straße, dann geht es zwei weitere Stunden über den Fluss. Doch Fauna und Flora entschädigen für die strapaziöse Anreise.
So spüren die Urlauber Anacondas auf, angeln Piranhas, schwimmen mit Süßwasserdelfinen und beobachten Totenkopfäffchen
sowie allerlei Vögel in den Baumwipfeln. Ein Naturmärchen. Unverfälschte, eindrückliche Erlebnisse. Und genau das ist Bolivien.
Bolivien-Reisen bei Veranstaltern (eine Auswahl):
Aventoura: »Bolivien – unentdecktes Land«, von Santa Cruz über Sucre, PotosÃ, zum »Salar de Uyuni«, nach La Paz und an den Titicacasee auf die Sonneninsel (Katalog Seite 15); Sonderreise zum Thema Salz nach Peru und Bolivien mit Jeep-Expedition auf dem »Salar de Uyuni«; Provision für erstbuchende Reisebüros 5%, sonst 10% bei Gruppenreisen, 8% auf individuelle Buchungen. www.aventoura.de
Diamir Erlebnisreisen: »Bolivien, Nordchile – Anden und große Salzseen«, 20-Tage-Naturrundreise im Katalog 2008 Seite 18, im Katalog 2009 auf Seite 26, Individualprogramme im Katalog 2009 auf Seite 17 (erscheint Mitte September); Provision (ohne Agenturvertrag) 10%, ab 15.000 Euro Umsatz 12%. www.diamir.de
Gebeco: »Bolivien privat – Mythos alter Kulturen«, Seite 135; »Andenpanorama«, Seite 152, www.gebeco.de
Dr. Tigges: »Peru, Bolivien, Chile – Große Andentrilogie« im Katalog »Ferne Länder«, Seite 190. www.drtigges.de
GoXplore: »Bolivia Discovery«, 11-Tages-Abenteuerreise, Katalog Seite 189. www.goxplore.de
Lernidee: Bolivien-Touren als maßgeschneiderte Individualreisen; Provision bis 11.000 Euro Umsatz 7%, ab 11.001 Euro 10%, ab 25.000 Euro 11% , ab 50.000 Euro 11,5%. www.lernidee.de
Marco Polo Young Line Travel: Südamerika-Entdeckerreise (Peru, Bolivien, Chile), im Katalog auf Seite 71; Provision 10,5% plus bis zu 2% bei Teilnahme an Verkaufsförderungsmaßnahmen. www.younglinetravel.com
Miller Reisen: Salzwüsten-Besuch im Peru/Ecuador/Venezuela-Katalog auf Seite 36/37; alle Touren als Bausteine auf Anfrage buchbar; Provision (ohne Agenturvertrag) 10%. www.miller-reisen.de; www.gruppen-weltweit.de
Ruppert Brasil: alle Bausteine im Internet unter www.latinoflex.de. Provision 10%
Sommer Fernreisen: »Vom Titicacasee in die Atacama Wüste« mit Besuch der Sonneninsel, La Paz sowie Salzwüste, »Kaleidoskop Bolivien. Die Höhepunkte Boliviens«, »Salar de Uyuni« auch als Baustein buchbar, Provision 8%.www.sommer-fernreisen.de
Studiosus: Peru-Bolivien-Studienreise »Landschaften und Kulturen im Hochland«; Katalog Nord-Mittel- und Südamerika Seite 101; Provision 10,5% plus bis zu 2% bei Teilnahme an Verkaufsförderungsmaßnahmen.www.studiosus.de
Tourismus Schiegg: Bolivien-Bausteine, Moutainbike-Tour auf der gefährlichsten Straße der Welt (auf Anfrage), in die Salzwüste bei Uyuni oder zum Karneval in Oruro; Provision 5% auf individuelle Bausteine und 9% auf im Internet vorgestellte. www.lateinamerika.de
Viventura: Peru-Bolivien-Chile-Tour, auf Wunsch auch mit Moutainbiketour auf der »Death Road«, Tourablauf als PDF anfragbar; Provision 10%. www.viventura.de
Wendy-Pampa-Tours: Provision 8% auf Bausteine. www.wendy-pampa-tours.de
Wikinger Reisen: Insidertour »Salzseen, Silber, Sonneninsel«, Trekkingtour »Von der Atacama in die Königskordillere« als Kombi mit Chile; Provision 7%, ab 11.000 Euro Umsatz 10%, ab 40.000 Euro 10,5%, ab 70.000 Euro 11%. www.wikinger-reisen.de
Windrose Fernreisen: »Andenpfade der Eroberer« und »Abenteuer Anden« im Katalog auf Seite 144 bis 147; Provision 7% bis 50.000 Euro Umsatz, darüber 10%.www.windrose.de


