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Eine neue Ära beginnt

Vom 14.09.2009: Von: Petra Hirschel
Nach dem Ende des Bürgerkrieges spürt Sri Lanka bereits positive Auswirkungen auf den Tourismus. Gäste und Veranstalter kehren zurück.


Die Hoffnung ist groß, die Stimmung fast euphorisch. »Es kommen nun keine schrecklichen Nachrichten mehr aus Sri Lanka«, schreibt in einer E-Mail etwa Nishantha Silva, der als Reiseleiter auf der Insel arbeitet und jetzt den lang ersehnten Aufschwung des Tourismus erwartet. Und auch Deutschlands Veranstalter sprechen von einer Kehrtwende.

 

 

Mit dem Ende des Bürgerkriegs im Mai ist Sri Lanka auf die touristische Landkarte zurückgekehrt. Wiederholer hatten der Destination zwar trotz Attentaten die Stange gehalten. Doch viele Urlauber schreckte die jahrelange Auseinandersetzung zwischen dem Staat und den tamilischen Separatisten von einem Aufenthalt auf der Insel ab. Nun aber erholen sich die Besucherzahlen recht flott. Im Juli etwa begrüßte das Land rund 42.200 ausländische Gäste und damit 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Deutschen kletterte sogar um 75 Prozent nach oben, auf knapp 2.700. »Sri Lanka wird sich langfristig wieder als beliebtes und vor allem sicheres Urlaubsziel etablieren«, prognostiziert Tobias Bandara, in Deutschland für das Marketing des sri-lankischen Fremdenverkehrsamts zuständig.

Dies glauben auch die Veranstalter. Sie erleben derzeit ein Interesse an der Insel wie seit langem nicht mehr. Die FTI-Gruppe rechnet damit, dieses Jahr 20.000 Gäste nach Sri Lanka zu bringen. Denn während im Frühjahr, vor dem Ende der Kämpfe im Norden, die Buchungen um 20 Prozent zurückgingen, verzeichnet der nach eigener Aussage stärkste deutsche Anbieter in der Destination diesen Sommer ein Plus von 50 Prozent. FTI nimmt dennoch keine weiteren Hotels oder Rundreisen ins Programm. »Wir haben aber zum Winter das Kontingent an Betten fast verdoppelt«, sagt Senior-Produktmanager Bernd Hoy.

 

Die neue Situation lässt auch andere reagieren. Studiosus wagt sich wieder nach Sri Lanka. Die Münchener verabschiedeten sich im Sommer 2006 von der Insel – aus Sicherheitsgründen. Nun tastet sich der Veranstalter mit einer Studienreise vor. Der erste Termin ist im Oktober und wird im aktuellen Kultimer beworben. Die Reise soll auch Eingang in den Jahreskatalog 2010 finden.

Ein komplett neuer Mitspieler ist JT Touristik. Der Veranstalter nahm Sri Lanka im Juni erstmals ins Programm. Auch weil Emirates dorthin fliegt: Geschäftsführerin Jasmin Taylor arbeitet häufig mit der Fluggesellschaft zusammen und hatte bei der Suche nach neuen Zielen deren Streckennetz unter die Lupe genommen. Emirates steuert die Insel derzeit von Dubai aus 18-mal wöchentlich an, vier Flüge kamen erst im Juli dazu. Bei Air Berlin dagegen führt das Ende des Bürgerkrieges zu keiner Änderung des Flugplans. Die Airline selbst flog zwar nie nach Sri Lanka. Doch das Land war ein regelmäßiges Ziel von LTU – bis kurz nach der Übernahme des Carriers durch Air Berlin. Die Fluggesellschaft will die LTU-Verbindung momentan nicht wieder beleben. Sri Lanka werde erst interessant, wenn es eine »entsprechende Veranstalternachfrage« gebe, so Air Berlin.


(Hotels, wie das Serendib Hotel in Bentota hoffen auf viele Badegäste.)

 

Veranstalter, Hoteliers und das Fremdenverkehrsamt versuchen, die Nachfrage nun kräftig anzukurbeln. ITS-Kunden erhalten beispielsweise an einigen Reiseterminen einen »Sri-Lanka-Bonus«, sprich einen Rabatt. »Um punktuell Akzente zu setzen«, sagt Daniel Jacob, Produktmanager bei der Rewe Touristik, und verweist auf die derzeit überhaupt günstigen Preise auf der Insel. Und FTI und das Tourist Board laden im September zu Fam-Trips ein. »Wir müssen den Reisebüromitarbeitern zeigen, dass man ohne Gefahr durch das Land reisen kann«, betont FTI-Manager Hoy.

Die Ostküste besuchen die Expedienten dieses Mal nicht. Vielleicht beim nächsten Mal. Denn die Touristik hofft nun, dass das bislang gemiedene und teils umkämpfte Gebiet erschlossen wird. »Wir können dann Sri Lanka als Ganzjahresziel anbieten«, meint Jacob in Hinblick auf die dort angenehmen Temperaturen im Sommer. Und Hoy schwärmt: »Eine exzellente Surfregion.« 

 

Aktuelle Situation

 Im Mai endete der Bürgerkrieg in Sri Lanka. Die Regierungstruppen besiegten die Separatistenorganisation »Befreiungstiger von Tamil Eelam«. Der Konflikt zwischen dem Staat und den tamilischen Rebellen im Norden hatte seit 1983 die Politik beherrscht. Die Tamil Tigers kämpften mit Gewalt für einen unabhängigen Staat im Norden der Insel. Von den 20,2 Millionen Einwohnern Sri Lankas sind 18 Prozent Tamilen und 75 Prozent Singhalesen.

 Das Auswärtige Amt warnt in seinem Sicherheitshinweis weiterhin vor landesweiten Anschlägen. Es rät von einem Besuch des Yala-Nationalparks im Südosten ab (unklare Situation). Das Gebiet nördlich von Trincomalee sei für Touristen nicht zugänglich.

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