TUI Cruises: Katalogstart für ein Schiff ohne Namen
Vom 20.08.08:TUI Cruises geht mit einem dreistufigen Preismodell, Angeboten für Kreuzfahrt-Reisebüros ohne TUI-Agentur und einem ambitionierten Zeitplan ins Rennen.
"Bislang haben wir sämtliche Eckpfeiler unseres Zeitplans geschafft", sagt Richard Vogel (Foto), Chef der neuen Kreuzfahrtmarke der TUI. Der Katalog von TUI Cruises wird heute an die Reisebüros geliefert, die Reisen sind vom 1. September an buchbar. Im März wird das heute als Galaxy kreuzende Schiff an das Unternehmen übergeben und dann binnen 59 Tagen umgebaut. Am 15. Mai ist die Taufe in Hamburg geplant, bis zum 23. Mai soll das Schiff zur Jungfernfahrt bereit sein. Vogel und sein Team wissen, dass sie wenig Zeit haben, aber sie sind überzeugt, dass der Plan funktioniert.
Im 84-seitigen Katalog, den TUI Cruises heute ins Rennen schickt, ist wenig Schiff, wohl aber viel von der Philosophie des Vier-Sterne-Plus-Schiffs zu erkennen. Großzügige Raumaufteilung, Rückzugsorte, die das Getümmel eines 2.000-Gäste-Schiffes vergessen lassen und ein Hauptrestaurant, das für bis zu 1.000 Gäste Bedienungsservice statt Buffet offeriert, gehören dazu. Die Hängematte auf dem Balkon ebenfalls. Einen Namen hat das Schiff noch nicht. Kein Problem, meint Vogel. Der Master Brand TUI Cruises stehe zunächst im Vordergrund und werde für das notwendige Vertrauen in die neue Marke und ihr Schiff sorgen.
Zunächst kreuzt das Schiff in der Ostesee und bis ans Nordkap. Dann geht es ins Mittelmeer und schließlich in die Karibik.
Die Preise liegen bei TUI Cruises höher als die, mit denen etwa Aida Cruises ins Rennen geht. Wegen des größeren Service-Angebots und der höheren Zahl von Mitarbeitern pro Gast müsse das so sein, sagt Vogel: "Wir haben die Preise über das Produkt festgesetzt."
TUI Cruises geht mit einem dreistufigen Preismodell in den Verkauf. Neben dem offiziellen Katalogpreis, genannt "Comfort Preis", wird ein günstigerer "Welcome Comfort Preis" eingeführt, der kontingentiert ist und identische Leistungen wie der Comfort Preis bietet. Hinzu kommt ein "Flex-Preis", der nach dem Auslaufen der Welcome-Kontingente veröffentlicht wird und tagesaktuelle Preise bei reduzierten Auswahlmöglichkeiten für die Kabine, höherer Anzahlung und höheren Kosten für Umbuchungen beinhaltet. Ob der Flex-Tarif über oder unter dem Comfort Preis liegt, hängt von der Buchungssituation ab. Wie groß das Kontingent an den günstigeren Welcome-Tarifen sein soll, verrät Vertriebschef Michael Baden nicht. Das richte sich ebenfalls nach der jeweiligen Buchungslage, sagt er. Welcome- und Flex-Tarife sollen als Steuerungsinstrumente funktionieren, um Preis und Auslastung ins Gleichgewicht zu bringen.
Bekanntermaßen fließen Umsätze mit TUI Cruises für Reisebüros mit TUI-Lizenz in den Gesamtumsatz des Konzerns zur Berechnung der Provisionshöhe ein. Um auch mit auf Kreuzfahrten spezialisierten Reisebüros ohne TUI-Lizenz ins Geschäft zu kommen, bietet TUI Cruises ihnen ein eigenes Provisionsmodell an. Bis 10.000 Euro Umsatz werden acht, bis 50.000 Euro Umsatz zehn und ab 50.000 Euro Umsatz elf Prozent Provision gezahlt. Die Provision wird im vollen Umfang auf das gesamte Paket inklusive der Fluganreise ausgezahlt. Für Gruppenbuchungen zahlt das Unternehmen bis zu acht Prozent On-Top-Provision. Allerdings fließen die Gruppenumsätze nicht in den TUI-Gesamtumsatz ein.


