Best-RMG will gegen Unister vorgehen
Vom 08.09.2010: Von: Christian SchmickeDie Reisebüro-Kooperation Best-RMG wirft dem Leipziger Unternehmen Unister, das unter anderem die Internet-Seiten Ab-in-den-urlaub.de, Reisen.de und News.de betreibt, "im großen Stil betriebenen Namensmissbrauch" vor. Immer wieder habe die Best-RMG-Zentrale beobachtet, dass Unister auf Google-
Ergebnisseiten Namen ihrer Mitglieds-Reisebüros verwende, und zwar sowohl bei den Suchergebnissen als auch in Anzeigen. Der Versuch, auf diesen Seiten die Angebote des Reisebüros aufzurufen, führe die Kunden unwissentlich zu Angeboten der Unister-Reiseportale. Den Internetnutzern erschließe sich dies nicht unmittelbar, da auf der Eingangsseite der betrügerischen Seiten sogar der Name des gesuchten Reisebüros noch deutlich lesbar erscheine. Keines der betroffenen Reisebüros sei mit Unister gesellschaftsrechtlich verbunden, erklärt Cornelius Meyer, Vorstand Marketing und Vertrieb der Kooperation.
Gemeinsam mit den Mitglieds-Reisebüros gehe die Best-RMG-Zentrale gegen den Namensmissbrauch vor, der den betroffenen Reisebüros "gezielt wirtschaftlichen Schaden zufüge und mit dem potenzielle Reisebürokunden auf die Unister-Portale umgeleitet werden sollen".
Die erste Abmahnung seitens eines Best-RMG-Mitgliedsreisebüros sei bereits erfolgreich gewesen, sagt Meyer: Unister habe die entsprechenden Seiten und Verknüpfungen gelöscht und eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Diesem Beispiel wollten jetzt alle betroffenen Büros mit Unterstützung ihrer Kooperationszentrale folgen. Auch befreundete Reisebüros aus anderen
Vertriebssystemen seien darüber informiert worden. Ihnen werde die Best-RMG-Zentrale ebenfalls dabei helfen, ihren Namen zu schützen, verspricht Meyer: "Unister hat die Grenzen eines sportlichen Wettbewerbs deutlich überschritten. Die Masche, die guten und eingeführten Namen stationärer Reisebüros zum Kundenfang zu missbrauchen, ist betrügerisch, unlauter und schlicht und ergreifend eine unverschämte Frechheit", so der Best-RMG-Vorstand. "Natürlich herrscht zwischen Online-Reisebüros und dem stationären Vertrieb Wettbewerb. Der sollte aber über Ideen, Kundenbindung, Service, Produktdifferenzierung und vor allem über Beratungsqualität ausgetragen werden."
Die Kooperation will nun weitere Reisebüros und touristische Dienstleister auffordern, zu prüfen, ob Unister ihre Namen missbraucht, und dagegen
vorgehen: "Niemand muss es hinnehmen, wenn andere versuchen, ihre wertvollen Kundenbeziehungen zu stehlen. Und die Kunden müssen davor geschützt werden, dass sie nicht klar erkennen können, bei welchem Anbieter sie sich gerade befinden."
Unister hatte kürzlich den Austritt aus dem Verband Internet Reisevertrieb (VIR) erklärt, nachdem dieser angekündigt habe, für seine Mitglieder einen Verhaltenskodex einzuführen, der solche Praktiken verbietet. Unister hatte zu diesem Zeitpunkt erklärt, der Austritt erfolge nicht wegen dieses Codes of Conduct. Allerdings benötige man einen solchen Kodex auch nicht, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausreichend seien.
Unister ist Mitglied der Kooperation RTK, die wie Best-RMG zum QTA-Verbund gehört.


