TUI: Schönheitsoperationen und Extrawürste
Vom 05.11.09:Braun gebrannt, faltenfrei und vielleicht bald sogar mit neuer Nase zurück aus dem Urlaub: TUI will es möglich machen. Der Veranstalter mischt künftig im lukrativen Markt der Schönheitsreisen mit. Aufenthalte in Vital-Hotels können nun mit "minimal invasiven Eingriffen in nahe gelegene Schönheitskliniken kombiniert werden", stellte TUI-Deutschlandchef Volker Böttcher bei der Präsentation der neuen Sommerprogramme auf Jamaika sein wahrscheinlich augenfälligstes neues Baby vor. Kooperationspartner bei Botox-Behandlungen und Co. ist dabei der Anbieter "Clinic im Centrum", ein Franchise-System mit eigenständigen Privat- und Praxiskliniken für Plastische und Ästhetische Chirurgie. "Reisen und verjüngen" ist unter anderem möglich auf Sylt, in Rostock, München oder Palma de Mallorca.
Doch nicht nur schöner können Kunden bei einer TUI-Urlaubsreise werden, sondern vor allem daheim mit exklusiven Erlebnissen aufwarten, so die Maxime der Hannoveraner. Im nächsten Sommer sind 11.000 Betten in 13 neuen Hotels ausschließlich über TUI buchbar. Ausgebaut wird beispielsweise die neue Hotelmarke Sensimar. So kommen im Sommer zwei neue Anlagen auf Korfu und Kreta hinzu, desweiteren gibt es sieben neue Riu-Hotels - in Kroatien, Marokko, Costa, Rica, Kuba, Bulgarien und erstmals in der Türkei. Als neue Region rückt bei TUI der Südpeleponnes auf die touristische Landkarte. Exklusiv nur noch über die Hannoveraner buchbar ist nun erstmals außerdem das Hausbootprogramm von Le Boat, der als führender Anbieter von Bootsreisen in Europa gilt. Neu wird im Segment Städtereisen der sogenannte Flex-Tarif eingeführt, mit dem Kunden bis drei Tage vor Reisebeginn kostenfrei stornieren können.
Weitere Neuerungen: Erstmals gibt es auch im Sommer Vergünstigungen für Langzeiturlauber, das Hotelangebot für Best Ager mit Nachlässen bis zu 40 Euro pro Person und Reise wird ausgebaut und in 60 Häusern können Kunden unter dem neuen Label "All-inclusive for kids" für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren kostenfrei die Rundumverpflegung buchen, auch wenn sie für sich selbst eine andere Verpflegungsvariante wählen.
Ein Blick auf die Kosten: Auch bei TUI purzeln im nächsten Sommer die Preise. Quer durch alle Segmente werden Ferien auf der Flugmittelstrecke um fünf Prozent günstiger und auf der Fernstrecke sogar um sechs Prozent. Bei der Eigenanreise bleiben die Preise stabil.
Im Detail heißt das: Besonders preiswert werden Ferien auf den Kanaren (minus sieben Prozent) und auf den Balearen (minus sechs Prozent). Außerdem wird es günstiger in Tunesien (minus sieben Prozent), Griechenland und Ägypten (je minus 6,5 Prozent) sowie in der Türkei (minus 5,5 Prozent).
Auf der Fernstrecke sinken die Preise in Mexiko (minus sieben Prozent) und in der Dominikanischen Republik (minus fünf Prozent). Auch in der USA werden Ferien nächsten Sommer günstiger (rund minus fünf Prozent), wobei sich vor allem ein Besuch in New York für Kunden lohnen wird. Dort werben die Hotels mit Abschlägen von durchschnittlich 17,5 Prozent. Günstiger wird es auch in Namibia und Kenia, vor allem aber auch in Asien. So sinkt das Preisniveau in Thailand um 13 Prozent und auf Sri Lanka um 14 Prozent.
Wer mit dem eigenen Auto verreisen will, muss bei Urlaub in Deutschland etwa genauso viel wie in diesem Sommer einkalkulieren, in Österreich und der Schweiz wird es sogar geringfügig teurer. Günstiger werden dafür Ferien in Italien (minus fünf Prozent) sowie in Osteuropa.
Trotz der Vergünstigungen auf breiter Front gelte weiterhin die bereits diesen Sommer ausgerufene Strategie "Marge vor Menge", betonte Böttcher bei der Präsentation. Alle Abschläge seien ausschließlich auf Verhandlungen mit Anbietern zurückzuführen und gingen nicht zu Lasten der TUI. "Wir werden uns auch künftig nicht an ruinösen Preiswettkämpfen beteiligen", so der TUI-Deutschlandchef. "Neue und interessante touristische Produkte mit hoher Qualität zahlen sich langfristig erheblich mehr aus als kurzfristige Preisaktionen in großem Stil", sagte Böttcher und kündigte eine "umfassende Wachstumsstrategie" an. So erhöht TUI die Flugkapazitäten im Sommer. Dabei seien die festen Kontingente, die sogenannten Risikokapazitäten, stabil gehalten worden und gleichzeitig die Zahl der variablen Flugsitze massiv aufgestockt worden. "Diese Flexibilität können wir uns leisten, nachdem wir durch Übernahme des Tuifly-City-Geschäfts durch Air Berlin von einer Übergröße in einen Maßanzug geschlüpft sind."
Neben dem bereits erwähnten Fokus auf exklusive Produkte wollen die Hannoveraner auch beim Vertrieb ansetzen. Zum einen soll der Online-Vertrieb und das dort buchbare Angebot erheblich ausgebaut werden. Zum anderen soll aber auch die Zahl der Reisebüros durch Zukäufe von Filialen erweitert werden. In welchem Umfang, Zeitraum und in welcher Region sich TUI künftig mit neuen Agenturen stärker aufstellen will, verriet Böttcher allerdings nicht.
Last, but not least verwies Böttcher auf die in diesen Tagen anlaufende neue Werbekampagne. Unter dem Motto "Extrawurst für alle" weist der Veranstalter auf die von ihm gewährten Mehrwerte hin - beispielsweise den freien Zugang zu Lounges an ausgewählten deutschen Flughäfen und ähnliche Vergünstigungen. Sypmathieträger ist dabei erneut der Fußball-Bundestrainer Joachim Löw.


