SAS will Flugzeugbauer in die Pflicht nehmen
Vom 18.03.2010:Scandinavian Airlines hat heute die 19. Maschine vom Typ Boeing 737-700 in Dienst gestellt. Nach 9,5-stündigem Nonstop-Flug landete der Neuzugang der SAS-Flotte am Vormittag in Stockholm. Laut Robin Kamark, Chief Commercial Officer (Foto), handelt es sich dabei um den letzten Neukauf der aktuellen Boeing-737-Generation durch seine Airline. Eine neue Runde in der Flottenerneuerung will SAS frühestens 2013 in Angriff nehmen. Dann will Bombardier ein Flugzeug mit einer Kapazität von 120 bis 150 Sitzen entwickelt haben, das rund 15 Prozent weniger Kerosin verbraucht als die aktuelle B737. Diese Entwicklung werde auch Boeing und Airbus unter Zugzwang setzen, hofft Kamark. Eine endgültige Aussage dazu, an wen die nächsten Aufträge für die Erneuerung der Kurz- und Mittelstreckenflotte gehen sollen, will er deshalb noch nicht treffen.
Dass momentan keine weiteren Investitionen in neue Flugzeuge anstehen, dürfte der Fluggesellschaft durchaus gut ins Konzept passen. Die SAS-Gruppe, zu der neben Scandinavian Airlines die Fluggesellschaften Wideroe und Blue 1 gehören, hat im vergangenen Jahr rund 4,5 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Passagierzahl ging um 14,1 Prozent auf 24,9 Millionen zurück. Der Nettoverlust belief sich auf rund 300 Millionen Euro. Bereits 2009 hat SAS ein Sparprogramm eingeleitet, das nach der jüngsten Einigung mit Piloten und Kabinenpersonal einen Gesamtumfang von 800 Millionen Euro hat. Im Rahmen der Zentralisierung von Verwaltung und Management sowie einer Reduzierung des Streckennetzes wurden Arbeitsplätze im Umfang von rund 4.600 Vollzeitstellen gestrichen, die Mitarbeiterzahl sank innerhalb eines Jahres um 5.849 auf 18.786. Nach eigener Einschätzung gelangt Scandinavian Airlines auf diese Weise zu einer Kostenstruktur, die mit derjenigen des im Lowcost-Bereich operierenden Konkurrenten Norwegian vergleichbar ist.
Neben dem Kostensenkungsprogramm treibt SAS auch ein umfangreiches Umweltprogramm voran, dessen Ziel es ist, die CO2-Emission pro angebotenem Sitzplatzkilometer bis 2020 um 50 Prozent zu senken.


