Costa Concordia: 15 Passagiere werden noch vermisst
Vom 15.01.2012:Rund 560 deutsche Passagiere des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia, die am Freitagabend vor der toskanischen Küste auf einen Felsen gelaufen und dann gekentert ist, sind zu Hause. Die Gäste seien am Samstagabend mit Linienmaschinen von Lufthansa nach München und Frankfurt gebracht worden, bestätigt Costa-Pressesprecher Werner Claasen gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Einige seien von dort weiter nach Hause geflogen. Ob noch deutsche Passagiere an Bord des havarierten Schiffes sind, ist nicht endgültig geklärt. Aktuelle Meldungen gehen davon aus, dass unter den 15 noch vermissten Personen zwei bis sechs Deutsche sein könnten.
Kapitän in Untersuchungshaft. Die 290 Meter lange Costa Concordia war am späten Freitagabend nahe der Insel Giglio vor der Küste der Toskana auf einen Felsen gelaufen und später gekentert. An Bord befanden sich rund 4.200 Menschen, mindestens sechs Passagiere wurden getötet und etwa 70 verletzt. Über die Ursache des Unglücks besteht nach wie vor keine Klarheit. Der Kapitän des Schiffes hatte erklärt, der Felsen, gegen den das Schiff geprallt war, sei auf den Seekarten nicht eingezeichnet. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft und mittlerweile auch die Reederei Costa Crociere werfen dem Kapitän vor, er sei viel zu dicht am Land gefahren und habe das Schiff zu früh verlassen.
In einer ersten offiziellen Stellungnahme Costa drückt die Reederei den Betroffenen ihr Mitgefühl und „tiefste Anteilnahme“ aus. Seit Freitagabend hätten „über 1.100 Costa-Mitarbeiter unermüdlich und in Zusammenarbeit mit den Behörden die anhaltenden Rettungsarbeiten für Passagiere und Besatzungsmitglieder in hohem Maße unterstützt, um gleichzeitig zu gewährleisten, dass die Gäste und Besatzungsmitglieder sicher nach Hause reisen können“.
Umweltverschmutzung soll verhindert werden. Neben dem Schutz der Passagiere habe auch der Schutz für die Umwelt hohe Priorität. Um auch hierfür größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, habe Costa Crociere ein auf den Umweltschutz spezialisiertes Unternehmen zur aktiven Unterstützung engagiert. Die Staatsanwaltschaft habe das Schiff und die sogenannte Black Box beschlagnahmt, auf der sich alle Navigationsdaten befänden.
Menschliche Fehler. „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um Klarheit darüber zu bekommen, was die konkreten Hintergründe für das Unglück der „Costa Concordia“ waren“, erklärt Costa. Erste Anzeichen der Untersuchungen deuteten darauf hin, dass menschliche Fehleinschätzungen Grund für diese schwerwiegenden Konsequenzen gewesen sein könnten: „Die Route des Schiffs führte offenbar zu nahe an der Küste vorbei, wobei sich die Einschätzung des Kapitäns für einen Notfall nicht mit den von Costa vorgegebenen Standards deckte. Uns ist bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ernste Beschuldigungen gegen den Kapitän des Schiffs erhebt, der im Jahr 2002 als Sicherheitsoffizier zu Costa kam und 2006 zum Kapitän ernannt wurde, nachdem er auch bereits als Staff Captain fungierte. Wie alle Costa-Schiffsführer absolvierte er regelmäßige Trainings“, heißt es in der Erklärung.

