IATA-Chef: "Im Passagiergeschäft zweieinhalb Jahre Wachstum verloren"

Vom 27.01.2010:


Die Luftfahrtbranche hat das vergangene Jahr nach Aussage von IATA-Chef Giovanni Bisignani mit dem "größten Nachfragerückgang seit Ende des Zweiten Weltkriegs" abgeschlossen. Die Verkehrszahlen für das Gesamtjahr 2009 weisen einen Rückgang der Passagiernachfrage um 3,5 Prozent aus. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 75,6 Prozent. Bisignani erklärt dazu: "Hinsichtlich der Passagiernachfrage geht das Jahr 2009 als das schlimmste Jahr in die Geschichtsbücher ein, welches die Branche je durchlebt hat. Wir haben langfristig zweieinhalb Jahre Wachstum im Passagier- und dreieinhalb Jahre Wachstum im Frachtgeschäft verloren."

Die Kapazitäten im internationalen Passagierverkehr waren im Dezember 2009 um 0,7 Prozent geringer als im Dezember 2008. Angebot und Nachfrage haben laut IATA in den vergangenen Monaten die Erträge zwar leicht verbessert, sie liegen aber noch immer fünf bis zehn Prozent unter dem Niveau von 2008. "Die Erlöse werden deutlich langsamer anziehen als die Nachfrage, bei der wir bereits eine Besserung spüren. Bei der Profitabilität wird eine Besserung noch länger auf sich warten lassen. Im Jahr 2010 werden Fluggesellschaften voraussichtlich 5,6 Milliarden US-Dollar verlieren", vermutet Bisignani.

Die Verkehrsnachfrage im Passagiergeschäft hat im Dezember 2009 verglichen mit Dezember 2008 um 4,5 Prozent zugelegt. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 77,6 Prozent, um 8,4 Prozent höher als der Tiefstand im Februar 2009. Die Nachfrage liege aber noch immer 3,4 Prozent unter dem Spitzenwert von Anfang 2008, so Bisignani.

Einen Rückgang der Passagiernachfrage im Gesamtjahr 2009 verzeichneten Fluggesellschaften in Europa (-5,0%), Nordamerika (-5,6%) sowie dem asiatisch-pazifischen Raum (-5,6%). Während Airlines in Europa und Nordamerika im Dezember 2009 – jeweils verglichen mit dem Vorjahresmonat - einen Rückgang der Nachfrage um 1,2 Prozent und 0,4 Prozent verzeichneten, konnten Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum aufgrund der deutlichen wirtschaftlichen Erholung der Region um 8,0 Prozent zulegen, erläutert IATA.

Fluggesellschaften im Nahen und Mittleren Osten verzeichneten einen Nachfragezuwachs von 19,1 Prozent im Dezember und 11,2 Prozent im Gesamtjahr 2009. Sie konnten den Anteil an Langstreckenpassagieren über ihre Drehkreuze deutlich ausbauen. Airlines in Lateinamerika meldeten im Dezember ein Plus von 7,1 Prozent, konnten im Gesamtjahr aufgrund der H1N1-Pandemie jedoch nur um 0,3 Prozent zulegen. In Afrika verzeichnete die Branche im Dezember ein Nachfrage-Plus von 3,1 Prozent, im Gesamtjahr steht jedoch ein Minus von 6,8 Prozent.

"Das Schlimmste haben wir überstanden", meint Bisignani, "aber wir haben noch keinen Grund zu feiern. Zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre verlorenes Wachstum bedeutet für die Airlines, erneut mit einem schwachen Jahr zu rechnen und sich darauf zu konzentrieren, die Kapazitäten sorgsam an die Nachfrage anzupassen und die Kosten im Griff halten“.

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