(Donnerstag, 16-10-08 09:39) Heidrun
| All dieser "Zirkus" auf dem Finanzmarkt wird sich, auch wenn es viele sicher nicht glauben wollen, erheblich auf das Reiseverhalten auswirken. Die Leute werden "ihr gespartes Geld (sofern sie etwas haben) zusammenhalten", da keiner weiss, was noch auf sie zukommt. Essen muss der Mensch, reisen muss er nicht, dies ist somit mittlerweile bei den Preisen für einen Teil der Bundesbürger richtig zum Luxusartikel geworden. Dazu kommt, dass Reisebüros sich gegenseitig immer wieder "selbst in die Pfanne hauen" und mit Rabattschlachten" (zum Glück machen wir diesen Wahnsinn nicht mit, weil wir nämlich denken können) sich Kunden ködern wollen. Es gibt genug Beispiele hierfür, wo mittlerweile mit Rabatten von bis 5-10 % öffentlich geworben wird. Und die Veranstalter (allen voran Bixtra bei Reiseangeboten über den Discounter Lidl) machen diesen ruinösen Kampf auch noch mit. Man könnte meinen, sie befürworten diese gegenseitigen Rabattschlachten sogar. Führt das doch immer mehr zur Bereinigung des ohnehin noch viel zu breiten stationären Reisebüromarktes. Hat ja dann auch für die Veranstalter was Gutes: Man muss nicht so viel Agenturen "betreuen"! Und uns straft man doppelt ab in dieser Zeit: Man zieht die Provisionsstufen immer weiter nach oben in einem stagnierenden Markt, bei immer höheren Reisepreisen, bei imer mehr "Vermittlern" von Reisen durch Institutionen, die sich eigentlich lieber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren sollten. Denke dabei nur an all die Lebensmitteldiscounter und vor allem an die Banken. Und all das auf dem Rücken des kleinsten und schwächsten Gliedes in der Kette, den Reisebüros, denen es an die Existenz geht, denn mit 6 % Vermittlungsprovision kann kaum einer mehr bei den hohen Kosten heutzutage überleben. Dann nutzt es auch nicht, wie gut man ist! Und alle Veranstalter, die schon lange keine Partner mehr, sondern oft zum Gegner geworden sind. Würden sie sonst diesen gegenseitigen ruinösen Kampf, der sich immer mehr verstärkt, zulassen!); Banken und Sparkassen (auf deren Kulanz wir alle irgendwie angewiesen sind) und auch die Verbände (DRV+ASR z. B.) schauen ohnmachtsvoll zu und mehr als gute Worte kommt von da leider auch nicht. Schade eigentlich; denn der Reiseverband mit all den guten ausgebildeten Fachkräften wird immer mehr "aufs Abstellgleis" geschoben. Da nützt auch eine Ausbildungskampagne nicht viel, das ist Wunschdenken, wenn immer mehr Reisebüros wegbrechen und auch bei den Veranstaltern Sparen angesagt ist. Eine Bank bekommt vom Staat sogar noch was geschenkt, wenn sie sich verzockt hat, ein Reisebüro schliesst, wenn der Umsatz nicht mehr kommt, um all die Kosten decken zu können! |
(Mittwoch, 15-10-08 10:37) Ingrid
| Das Gejammere über die Bahnprovision kann ich nichht mehr hören. Das man die Bahnagentur der Kunden zu liebe behält ist für mich auch kein Argument. Die Bahn freut sich, weil sie ja trotzdem verkauft werden, also warum etwas ändern. Erst wenn alle ihre Bahnagentur auf einen Schlag kündigen, würde die Bahn wach werden, aber so, warum? Ich habe meine bereits vor 2 Jahren abgegeben, da ich nicht bereit war bei diesen Provisionen auch noch eine Bankbürgschaft beizubringen und habe es nicht bereut. Die Kunden haben dafür sogar Verständnis. |
(Donnerstag, 09-10-08 10:55) Eckhard
| Monopolist wird die Bahn, und die Kunden merken es nicht, auch der DRV schläft weiter und geht mit den Herren noch in Budapest frühstücken. Nur Kündigungen bei der DB und dem Verband werden dies ändern. Auch die Banker sind vom Pferd gefallen, Herr Medorn, und auch ihr Börsengang wird ein Flop wie die gelbe Aktie. Und dann schreien alle wieder nach dem Staat. Gruß Eddy |
(Donnerstag, 09-10-08 09:55) Alexander
| Wenn ich davon ausgehe, dass die Grundversorgung der Bürger mit Infrastruktur auch die Anbindung der Senioren in das DB-Netz beinhaltet, dann kann ich nur sagen, dass bis in kürzester Zeit, wenn die Bahn weiterhin Narrenfreiheit hat, diese Grundversorgung stark zurückgehen wird. Schon heute ist es so, dass in unserem Ort (10.000 Einwohner) der Bahnhofsschalter nur Stundenweise geöffnet ist und immer mehr Bahnkunden in unser Reisebüro kommen. Durch die stetige Absenkung der Vergütung auf den Verkauf von Bahnfahrkarten sind wir derzeit in der Situation, dass der Fahrkartenverkauf von uns bezuschusst wird und lediglich durch unseren Servicegedanken am Kunden aufrecht erhalten werden kann. Mit der aktuellen Provision rechnet sich der Verkauf für Reisebüros nicht mehr! Jetzt wird die Provision um einen weiteren Prozentpunkt gekürzt, so dass wir uns ernsthaft die Frage stellen, ob wir zum 31.12.2008 den Bahnverkauf einstellen werden? Bei steigenden Personalkosten ist dieser Bahnverkauf nicht mehr tragbar für uns Reisebüro ! Dies alles geschieht vor dem Hintergrund des Börsengangs der Bahn. Ist dies zeitgemäß ? Lehrt uns nicht gerade die aktuelle Finanzkrise, dass wir auf beständige Werte wie Menschlichkeit und Ehrenkodex setzen sollten als auf das vermeintlich schnelle Geld ? Wird die Politikverdrossenheit in Deutschland dadurch besser, dass noch mehr ältere Menschen vom Zugang zu Bahninformationen und Fahrkarten abgeschnitten sind? Wenn unser aller Staatseigentum zu den aktuellen Schleuderpreisen verramscht wird, dann sehen wir auch keinen Grund mehr dieses Produkt auf unsere Kosten zu verkaufen. So denken nicht nur einzelne - so denkt die Mehrheit von uns inhabergeführten Reisebüros ! |
(Donnerstag, 09-10-08 09:32) Albrecht
| Die Bahnoberen wissen sehr genau - und dazu gibt es auch unzählige Gutachten - dass man als DB-Agentur mindestens 10% Provision braucht, um einigermaßen Kosten deckend arbeiten zu können, ganz zu schweigen von den notwendigen Gewinnen, die zu einer besseren Kapitalausstattung der Reisebüros notwendig sind. Schließlich bekommen die Reisebüros - im Gegensatz zur DB - keine Milliardenzuschüsse vom Staat! |

