Bahn-Vertrieb: 2020 läuft die Hälfte online
Vom 20.01.2012:„Der Anteil der Fahrscheine, die wir über Reisebüros und die eigenen Reisezentren verkaufen, nimmt weiter ab“, stellt Birgit Bohle (Foto) fest. „Und mit einer Umkehr dieses Trends rechnen wir nicht.“ Auch im Jahr 2011 sank der Anteil von Reisebüros und Reisezentren im Vertriebsmix. Der Agenturvertrieb büßte 1,9 Prozentpunkte ein und liegt jetzt bei einem Anteil von 12,2 Prozent, die Reisezentren kommen auf 21,7 Prozent, im Jahr 2010 waren es noch 22,9 Prozent. Wohin die Reise geht, ist klar. Der Anteil des Verkaufs via Internet stieg 2011 um 3,1 Prozentpunkte auf 22,9 Prozent. Der Verkauf über die Automaten an Bahnhöfen wuchs ebenfalls, allerdings nur noch um marginale 0,3 Prozentpunkte auf 28,3 Prozent. In absoluten Zahlen dürfte sich der Umsatz der 2.959 Bahnagenturen (Vorjahr: 2.975) insgesamt nicht stark verändert haben. Denn laut Bohle war 2011 für den Personenverkehr der DB „ein gutes Jahr“. Wie stark der Umsatz kletterte, darf sie freilich nicht verraten.
Rückgang setzt sich fort. Wie die Zukunftserwartungen im DB-Vertrieb aussehen, verdeutlicht eine Prognose für das Jahr 2020. Die Bahn rechnet danach mit einem Wachstum der Gesamteinnahmen gegenüber heute um rund 40 Prozent. Gleichzeitig erwartet Bohle aber, dass der Anteil des Online-Vertriebs bis zu diesem Zeitpunkt auf rund 50 Prozent steigt. Dagegen werde der Anteil sämtlicher „stationärer“ Kanäle, zu denen die bahn in diesem Fall auch die Automaten rechnet, von heute mehr als 60 Prozent auf rund 40 Prozent sinken. Dies würde nicht nur prozentual, sondern auch in Euro ausgedrückt einem deutlichen Rückgang entsprechen.


