Reiseanalyse 2009: Gelassenes Abwarten
Vom 11.03.2009:Offenbar sind die Deutschen gelassener, als es die derzeit viel diskutierte Krise erwarten ließe. Fakt ist: Den Urlaub nehmen lassen sie sich so schnell jedenfalls nicht. "Die Kuh ist noch nicht vom Eis, aber es gibt auch keinen Grund zur Panik". So fasst Peter Aderhold, Geschäftsführer der Forschung Urlaub und Reisen (F.U.R.), die Ergebnisse der 39. Reiseanalyse in puncto Prognosen für dieses Reisejahr zusammen. Wenn "nichts Gravierendes" passiere, so sei dieses Jahr allenfalls mit einem moderaten Rückgang der Reiseintensität zu rechnen. Dem Rotstift fallen dabei in erster Linie Kurzreisen zum Opfer. Und wer wirklich sparen müsse, der schränke sich beim Haupturlaub bei seinen Ausgaben ein oder fahre eben kürzer weg, bevor er seine Ferien komplett ausfallen lasse, so der Forscher bei der Präsentation der Ergebnisse der repräsentativen Befragung auf der ITB in Berlin. Der Verzicht auf die Urlaubsreise als Sparmöglichkeit wird nur von 18 Prozent als Option erwogen. Immerhin 58 Prozent derjenigen, die im vergangenen Jahr gereist sind, planen für ihren Urlaub 2009 genauso viel auszugeben wie 2008. Neun Prozent planen sogar ein größeres Budget ein.
64 Prozent der Bevölkerung erwartet diesen zufolge zwar eine Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Deutschland, aber nur 30 Prozent befürchtete im Januar 2009 eine Verschlechterung der eigenen, eben der persönlichen wirtschaftlichen Situation. Und vor allem diese ist ausschlaggebend für die Urlaubsplanung. Zwar sind die formulierten Reiseabsichten für dieses Jahr etwas zögerlicher als sonst, aber nur elf Prozent (2008: zehn Prozent) geben an, dass sie 2009 defininitiv nicht verreisen werden.
Es derzeit noch weniger feste Buchungen (12 Prozent im Vergleich zu 14 Prozent in 2008) und mehr Menschen sind noch unentschlossener als in den vergangenen Jahren bei der Reisezielwahl (19 Prozent im Vergleich zu 16 Prozent in 2008). Aber es ergebe sich kein grundlegend anderes Bild als im Vorjahr, so Martin Lohmann, der mit seinem Team des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (N.I.T.) ebenfalls für die Reiseanalyse verantwortlich zeichnet.
Ähnlich sieht es bei der Einschätzung der allgegenwärtigen Finanzkrise aus: 75 Prozent der Bevölkerung betrachten diese als besorgniserregend, aber nur 15 Prozent geben an, dass davon auch tatsächlich ihre Urlaubsplanung beeinflusst wird.

