Deutschland behauptet sich als Reiseland
Vom 05.03.2010:Der Deutschland-Tourismus hat sich - trotz Krise - besser entwickelt als erwartet. Das belegt die aktuelle Bilanz für das Deutschland-Incoming-Geschäft, das die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) nun vorstellte. Während die Ankünfte ausländischer Gäste in Europa im Schnitt um 5,6 Prozent sanken, verbuchte Deutschland lediglich ein Minus von 2,7 Prozent. DZT-Chefin Petra Hedorfer führt diesen "moderaten Rückgang" auf die "deutlich gestiegene Attraktivität des Reiselands Deutschland als Urlaubsziel" zurück. „Hier konnte Deutschland seine Übernachtungen um mehr als drei Prozent steigern.“
Das Incoming-Geschäft aus den Übersee-Destinationen ging erwartungsgemäß zurück. Deutschland verzeichnet hier ein Minus von 7,3 Prozent. Allerdings stiegen die Übernachtungszahlen in den Sommermonaten sowie im November leicht an. Grund dafür, warum der November 2009 im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,2 Prozent verzeichnen konnte, sei - laut DZT - das Jubiläum des Mauerfalls. Beliebtestes Reiseziel war deshalb Berlin, das im 20. Jahr nach dem Mauerfall ein Übernachtungsplus von 5,9 Prozent gegenüber 2008 aufweisen konnte.
Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,3 Prozent an, insgesamt gab es 2009 rund 313,91 Millionen Übernachtungen. Dabei habe der Inlandsurlaub um zwei Prozent zugelegt, beliebteste Reiseform sei mit einer um sechs Prozent erhöhten Nachfrage der Kurzurlaub. Der Gewinner unter den Bundesländern ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Übernachtungsplus von 3,6 Prozent. Allein die Bundesgartenschau in Schwerin (Foto) hätte 400.000 zusätzliche Übernachtungen eingefahren, so die DZT.
Für die Jahre 2010/11 prognostiziert die DZT ein Wachstum bei den Übernachtungen insgesamt zwischen einem und drei Prozentpunkten. Eine
Stabilisierung des Aufwärtstrends sei für 2011 zu erwarten, meint Hedorfer.
Beim Inlandstourismus erwartet die DZT ein geringes Wachstum von knapp einem Prozent. Ein Unsicherheitsfaktor seien allerdings die Geschäftsreisen. Wesentliche Wachstumschancen zwischen einem und drei Prozent besitze der europäische Markt sowohl im Urlaubs- als auch im Geschäftsreisesegment.
Aus dem nordamerikanischen Markt rechnet Hedorfer durch Veranstaltungen wie die Passionsspiele Oberammergau mit Wachstumsimpulsen für private Reisen. Damit könne ein Plus von zwei bis drei Prozent generiert werden.


