Leserkommentare zu:
ASR nennt Plusminus-Bericht "manipulativ"
Vom 07.07.08:Der Bericht wurde 100 % lanciert. Hier wurde für die Städtereise nach Wien der Veranstalter Mondial als günstigster Anbieter ermittelt, der bei fast keinem Reisebüro unter Vertrag ist. Mondial war zu diesem Termin ca. die Hälfte günstiger als Dertour, was äußerst unwahrscheinlicht ist. Hier wurde gezielt ein "Special" konstruiert, um den stationären Vertrieb vorzuführen. Dass dies auch noch von der Online-Konkurrenz als Instanz überwacht wurde, ist für einen gebührenabhängigen Sender mehr als peinlich.
Frank Joachim, Ludwigshafen
Stimme der Meinung des ASR voll zu. Neben der Recherche durch Holiday-Check als Mitbewerber, fand ich besonders empörend, dass der Zuschauer/Kunde im Glauben gelassen wurde, dass alle Reisebüros über alle Veranstalter und damit über alle Preise verfügen. Nur in einem Satz wurde erwähnt, dass Reisebüros an Mindestumsätze bei allen großen Veranstaltern gebunden sind. In diesem Zusammenhang wäre doch bei dem Beitrag geradezu es eine journalistische Pflicht gewesen, auf diese Knebelveträge hinzuweisen, so. z.B. die TUI, die ja gerade wieder an der Mindestumsatzschraube drehen will.
Jochen Müller, Dresden
Also, dass das Reisebüro "neutral" berät, ist heutzutage genauso unsinnig
wie dass das Onlineportal dies täte. Der Druck der Konzerne an die Kettenbüros wächst, bevorzugt deren Produkte zu verkaufen (Bonus, Malus, Schulungen). Man braucht doch nur nach England oder Skandinavien zu sehen, wie die Konzerne dort agieren. Im Flugvertrieb habe ich gelernt, dass der "persönliche Kontakt" zum Reisebüro die Entscheidung beeinflussen kann - denn was das Reisebüro "kennt", verkauft es auch. Boykottrufe sind ja nicht gerade selten -auch wenn die Halbwertszeit immer kürzer wird: Nullprovision, Vorzugspreise. Aber das ist schlicht kaufmännisches Verhalten (übrigens meist bei allen Partnern). Nur ist die kaufmännische Argumentation ein Problem, wenn man mit Klauen und Zähnen an alten Zöpfen festhält. Wer das tut, steht der notwendigen Veränderung im Weg. Wer sich gegen die Anpassung sperrt, läuft Gefahr, aus dem Spiel zu laufen.
Jürgen Barthel, Leipzig
Der Meinung des ASR kann ich mich nur anschließen. Wer schon längere Zeit die Berichte von Plusminus vom Hessischen Rundfunk verfolgt, kann immer wieder feststellen, dass die Berichte immer in die gleiche Richtung zielen: Reisebüro bzw. stationärer Verkauf ist schlecht, online bzw. Internet ist super. Die Einseitigkeit der Darstellung kann ich mir nur mit der Aversion der Kollegin, welche das Magazin moderiert, gegenüber Reisebüros bzw. mit dem Kauf der Beiträge durch die entsprechenden Anbieter erklären.
Falk Wehner, Berlin
Das Reisebüros "tendenziell" beraten ist doch systemimmanent. Weder der
stationäre noch der Internetvertrieb ist in der Lage, alle Angebote zu
erfassen, sie zu prüfen und sie zu qualifizieren. Selbst wenn alle Angebote erfasst werden könnten, nach welchen Kriterien will man sie einordnen? Spätestens dann ist man bei der kaufmännischen Komponente. Jedes Geschäft berät mehr oder weniger "abhängig"; abhängig von dem, was man im Laden hat bzw. haben kann, was der Kunde will und was er bezahlen kann oder will. Beim Reisebüro kann das nicht anders sein. Im Hause Busch hat man doch auch die Unabhängigkeit aufgegeben und sich für eine Kooperation entschieden, die auch ihre Umsätze "steuert". Wenn der Kunde unabhängige Reisebüros haben will, muss er diese auch bezahlen wollen. Das fängt bei der Beratung an. Statt zu lamentieren, sollte Herr Busch ehrlich sein; ein Büro, dass ganz klar signalisiert, in welches "Lager" es gehört, sorgt für mehr Transparenz als die Illusion vom unabhängigen Büro.
Hermann-J. Baldes, Bonn
Ich selbst habe den Bericht leider nicht gesehen, kann jedoch nur sagen, dass Plusminus sehr häufig nicht neutral berichtet. Und in Sachen Reisen werden doch sowieso oft nur die Online-Reisebüros bzw. Internetseiten genannt - oder haben Sie schon einmal in einem GEO Saison davon gelesen, dass diese Reisen auch im Reisebüros buchbar sind? Entweder werden die Hotels selbst genannt bzw. die Veranstalter-Seiten im Internet. Dass viele Reisebüros nicht mehr neutral beraten, sieht man doch an den vielen Holiday-Land, TUI-Travelstar etc., die oftmals eben nicht mehr neutral beraten, weil der Umsatzdruck beim jeweiligen Veranstalter zu groß ist. In diese Abhängigkeit haben sich diese Büros aber selbst begeben. Wichtig wäre hier, dass die Veranstalter endlich einsehen, dass Reisebüros unabhängig sein müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, und ihnen die notwendige Freiheit belassen (d.h. nicht ständig die Mindestumsätze nach oben setzen, wie z.B. die TUI). Aber wird das jemals der Falls sein? Ich glaube nicht!
Werner Lukaszewicz, Baden-Baden

