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Leserkommentare zu:

ASR kritisiert Provisionspläne der TUI

Vom 23.06.08:

Daß die Veranstalter mit dem gnadenlosen Anheben der Umsatzgrenzen eine immer stärkere Bindung der Reisebüros erreichen möchten ist ja nicht neu. Aber eine derart extreme Anhebung ist meiner Ansicht nach nicht nachvollziehbar. Die TUI wird das Geschäftsjahr 07/08 mit voraussichtlich maximal 2-3 % Zuwachs abschließen. Gleichzeit verlangt man von Büros, ihre Umsätze im gleichen Markt von 130 TEuro auf  175 TEuro (GJ 07/08) bzw. von 175T€ auf 250 T€ (erwartet GJ 08/09) zu steigern, um 8% Provision zu erhalten. Das ist im Vergleich GJ 06/07 auf 08/09 eine Verdoppelung! Produktincentives sind da nur kosmetische Pflasterchen. Es kommt, egal von welcher Seite man es betrachtet, doch immer wieder auf das Gleiche heraus: Die Sitten verrohen, Partnerschaften werden aufgekündigt und die Stellenvergabe in den großen Unternehmen erfolgt nicht mehr nach Sachkompetenz, sondern unter dem Zwang der maximalen Gewinnerzielung. Also werden Touristiker durch BWLer ersetzt. Es mag wie Gejammere klingen, ist aber nichts als ein beharrliches Mahnen zu den vertrauten und erfolgreichen Spielregeln eines einst hervorragend funktionierenden Marktes zurückzukehren: die Veranstalter veranstalten und die Vermittler vermitteln. Alles andere hat nicht funktioniert und zu üblen Verwerfungen geführt, die die gesamte Branche belasten. Das Ergebnis eines so verzerrten Wettbewerbes wird nicht sein, dass Einzelne gewinnen, sondern dass alle verlieren. Thomas Kratsch, Ohrdruf

Ich konnte schon bei Ihrer Umfrage zur Fairness der Provisionsgestaltung nicht verstehen, wieso die TUI mit Ihren Provisionsstaffeln und der Malusregelung so positiv abgeschnitten hat. Das die Umsätze nicht mehr so sind, wie vor einigen Jahren steht außer Frage und dann noch diese alljährlichen Erhöhungen. Da ist mir TOC doch wesentlich lieber, da kann ich mich mit realistischen Umsätzen hocharbeiten und habe jetzt schon mit wesentlich weniger Umsatz mehr Provision als bei TUI und brauche am Jahresende keine Angst zu haben, wenn mir 10€ Umsatz  fehlen auch noch Provision zurückzahlen zu müssen. TUI muß sich nicht wundern, wenn die Reisebüros endlich mal die Konsequenzen ziehen. Ingrid C. Oellien, Bonn

Das Provisionsmodell der TUI ist eine Frechheit. Man sollte als "kleines" Büro grundsätzlich versuchen, andere Veranstalter zu verkaufen, wir tun das schon seit langem, vielleicht werden die in Hannover ja mal wach. Ich hoffe, dass noch ganz viele so handeln werden. Die TUI kann mir so viele Briefe schreiben wie sie will, dass eine Zusammenarbeit Ã¼berhaupt erst ab 80.000 € in Frage kommt. Was bilden sich diese Herrschaften eigentlich ein? Die sollen froh sein, dass man TUI überhaupt verkauft, die sollen froh sein, dass man kostenlos deren Kataloge auslegt und an die Kunden weitergibt. Normalerweise sollte die TUI uns Reisebüros eine Miete für die Lagerung der Kataloge zahlen, vor allen Dingen auch für das ständige Auswechseln der Preisteile. Wenn es demnächst 250.000€ für das Erreichen der 10%-Staffel sind, dann werden es bald auch 300.000 sein. Jedes Büro sollte sich überlegen, ob es wirklich so abhängig nur von der TUI sein möchte, ich für meinen Teil lehne das ab. Ich kenne mittlerweile Kollegen, die es generell ablehnen überhaupt eine TUI Agentur zu bekommen. Vielleicht wird sich aber in einiger Zeit der Satz bewahrheiten: "Je höher der Flug, desto tiefer der Fall." Kollegen, wenn es Alternativen zur TUI gibt, dann nehmt diese wahr. Irene Kleinhorst, Lüdenscheid

Diese einseitige Änderung kann nicht aktzeptiert werden. Es muss mehr als nur ein Kommentar kommen! Mit  welcher Macht sich sich Produzenten gegen Handelsketten duchsetzen können haben die Milchbauern gezeigt! Hier hat das gemeinsame Handeln von vielen"Kleinen" gezeigt dass trotz der Verweigerung von "Großen" sprich Reisebüroketten ein Erfolg möglich ist! Der Thomas Cook Konzern hat nach grossen finanziellen Einbussen die neu eingeführte Provisonsstaffel ändern müssen. Hier hat jeder Inhaber seine Verantwortung für sein Unternehmen wahrgenommen und den TOC Umsatz zurückgefahren. Diese Möglichkeit sollten wir der TUI ganz deutlich aufzeigen. Durch Ankündigungen in der Presse (ASR) und Mitteilungen and die Verkaufleitungen könnte dies geschehen. Schreiben Sie doch eine Mail , Fax oder  Brief and die Verkaufsleitungen und teilen Ihre  Ablehnung mit und machen auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam. Auf den Verband (DRV) können wir nicht zählen deshalb sollten alle freien Reisebüros (ca.  8000 )  den ASR  zum Vertreter Ihrer Interessen wählen, dies könnte durch eine " Probe-Mitgliedschaft " geschehen welche im 1. Jahr kostenfrei wäre! Es kann nur  eine gemeinsame Aktion aller freien  Reisebüros zum Erfolg führen und dieses sollten wir mit aller Kraft und Leidenschaft verfolgen! Rudolf Neumann, Schwarzenbek

Diese Struktur zeugt von einer Arroganz ohnegleichen. Nachdem immer mehr Umsatzanteile niedriger oder gar nicht verprovisioniert werden, wird zusätzlich immer aggressiver für Direktbuchung beim Veranstalter geworben. Die irrige Meinung, durch Reduktion der Agenturen mehr Kunden für die Direktbuchung zu gewinnen, wird nicht aufgehen. Hier wird deutlich der Einfluss der Reisebüros unterschätzt. Tui-Agenturverträge, die mangels auskömmlicher Provisionsmodelle zurückgegeben werden müssen, vor allem wenn illusorische Provisionsschwellen nicht erreichbar sind, werden diese Agenturen veranlassen "Negativaussagen" zum Veranstalter zu treffen. Naheliegend: Ich traue diesem Veranstalter nicht mehr. Wenn die schon so in finanzieller Schieflage sind, dass die nicht einmal mehr unsere eh schon niedrigen Vermittlungsgebühren zahlen können. Ist wie in jedem schlechten Betrieb, wenn die Gehälter nicht mehr stimmen, kommt bald das Ende. Wollen sie wirklich so einem Veranstalter ihren Urlaub anvertrauen. Was heisst dann noch "Sonderangebot",  die müssen zu jedem Preis verkaufen. Wenn sie glauben, dass das noch gut geht, buchen sie lieber woanders diesen Veranstalter. Ich möchte den Ärger dann nicht ausbaden. So, oder so ähnlich könnten dann die Aussagen (ob richtig oder nicht) vieler Kollegen lauten. Was interessiert mich das Image eines Veranstalters, der mich über die Schmerzgrenze hinaus unterdrücken will? Der mich für so blöde hält, für meine Arbeit auch noch Geld mitzubringen? Der Reisebürovertrieb macht oder verändert das Image, eine Empfehlung zählt mehr als 1000 Inserate. Das gilt auch umgekehrt. Oder anders ausgedrückt: Einen Kunden zu gewinnen kostet 300,- Euro. Ihn zu verlieren eine dumme Bemerkung  und die kann von jedem Reisebüro kommen. Viele dumme Bemerkungen wirken! In der Hoffnung auf Vernunft, Einsicht und eine weiterhin gute Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen warten viele Reisebüros auf Manager, die diesen Namen verdienen. Die Peitsche ist out. Wir verhandeln auf Augenhöhe, oder gar nicht. Auch andere Konzerne verkaufen gute Reisen und arbeiten mit uns gemeinsam.Noch warten wir. Hartmut Huth, Dortmund

Es ist eine absolute Frechheit von TUI, insbesondere den Agenturen gegenüber die in Gebieten  mit einer hohen Arbeitslosigkeit arbeiten. Wenn man nur noch das Luxussegment bedienen will, dann soll man doch die Leistungen der Kleinen honorieren. Hier sind vielmehr und höhere Anstrengungen notwendig um Mindestumsätze zu erreichen und trotzdem engagieren sich diese für die TUI. In vielen Fällen sind es auch die äußeren Umstände, die dazu führen, dass die Umsätze zurückgehen. Die Schere zwischen arm und reich wird so auch durch die TUI weiter geöffnet.
Harald Keutsch, Hermsdorf

Da zwingt uns die TUI wohl dazu massiv wegzusteuern. Hoffe daß viele Kollegen so denken wie wir. Irgendwann ist mal Schluss mit lustig. Soll die TUI mal sehen was sie macht, wenn sie nur noch von "250 000 Euro Agenturen" leben muss.
Hans Peter Bernhard, Mannheim

Ja, da hilft nur eins. Ich war über 20 Jahre erfolgreiche TUI Agentur jedoch in einem Ort mit 20000 Einwohnern. Seit ich 8,5 % Provision erhalte, arbeite ich, genau wie im Artikel beschrieben defizitär. Ich habe daraus die Konsequenzen gezogen, und zum 30.10.08 die TUI-Agentur gekündigt! Als Neckermann Partner Reisebüro arbeite ich erfolgreich mit der Thomas Cook Gruppe und auch mit FTI zusammen. Bei mir werden nur noch Veranstalter gebucht, wo es ausreichend Provision gibt. Eine Steuerung ist in unserem Büro zu 75 % möglich, obwohl wir in der Nähe von Hannover sitzen. Franz-Joseph Koblitz, Bad Münder


Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn irgendein Verbandspräsident etwas von "nicht mehr hinnehmbar" oder "sich wehren" faselt. Bisher hat es niemand geschafft, gegen sinkende oder wegfallende Provisionen sich erfolgreich und langfristig zur Wehr zu setzen. Da sich die Reisebüros in Deutschland nie einig sind, haben die Veranstalter oder Airlines ein leichtes Spiel. Und daran etwas zu ändern, ist so gut wie aussichtslos aber dennoch sehr wünschenswert.
Kerstin Köppen, Berlin

 

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(Mittwoch, 06-08-08 12:53) Gerald

Die TUI kann Flüge vom Markt nehmen, jedem neueröffnetem Reisebüro in meiner Nachbarschaft eine Ag anbieten, die Preise erhöhen - und damit ganz bewusst meinen Umsatz untenhalten. Ich habe z.Zt.+18% und dennoch alle Winterkataloge der Tui aus den Regalen geworfen. Mir ist das Riesiko einer totalen Abhängigkeit zu hoch und das Gebaren der TUI zu frech. Schön wäre ein einheitlicher Kündigungstermin in der letzten Oktoberwoche - von allen, die auch nicht mehr mitspielen wollen!
 
 

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