Leserkommentare zu:
Alltours-Provision stößt auf Reisebüro-Kritik
Vom 20.09.2011:Wir werden Alltours meiden. Ich wundere mich, das Alltours aus der letzten Kündigungsaktion der QTA nichts gelernt hat. Ist einfach eine Frechheit. Aber FTI ist genau so ein Provisionsräuber mit seiner neuen Provisionsstaffel.
S.Körber, Neumann Reisebüro, Werder/Havel
Ich bin auch dieser Meinung, muss mich aber immer fragen, warum ihr nur jedes Mal ALL-Tours angreift, als einer der kleinen Veranstalter? Schaut Euch FTI mit seinen neuen Modellen an, schaut TUI usw. an, da ist genug Potential, wo wir uns wehren müssten, aber das tut niemand. Ich habe mich von TUI vor zwei Jahren deshalb zurück gezogen, einfach nicht mehr genug gebucht, habe umgesteuert auf Fair Play Veranstalter wie z.B. SLR. Es sollten sich alle Reisebüros wehren, dass von uns ständig höhere Umsatzgrenzen erreicht werden müssen, die Reisen, wie alles, immer teurer werden aber die Bedingungen für uns immer schlechter, z.B. Abbau Flughafen Erfurt, AB zieht sich zurück, damit für Erfurt und Umgebung ganz schlechte Bedingungen und da gibt es noch genug Probleme, z.B. die Umlagerung aller Kosten der Veranstalter auf uns usw. Also, wo ist die Organisation, die uns Reisebüros vertritt? Die Kooperationen reichen dazu nicht, es sollte ein übergeordnetes Organ sein, wie der DRV, aber der macht zu wenig für uns!
Martina Bruske, Versicherungs- und Reisebüro ERFORDIA, Erfurt
Mit Unverständnis und viel Frust in mir habe auch ich, die wir seit vielen Jahren eine eigene Alltours-Agentur haben, dies gelesen. Erst wenn man ganz aufmerksam liest ,so erfährt man, dass man eigentlich "sich so von vielen kleinen Büros sozusagen auf dies Art und Weise des Herabstufens aufacht Prozent, dem Hochstufen von 35 auf jetzt 75.000 Mindestumsatz (das sind 114 Prozent mehr), verabschieden will. Um nicht zu sagen: Man will sie eigentlich los werden und sich ausschließlich auf die großen Agenturen konzentrieren. Wir waren gut genug, ALL bekannt zu machen, jetzt heißt es: Weg damit! Wir werden schlichtweg "mit den Füßen getreten". Zur Weißglut hat mich außerdem gebracht, dass man hier "die Katze erst fünf Wochen vor Geschäftsschluss aus dem Sack lässt." Man hat nämlich so als kleine Agentur kaum noch Zeit in irgendeiner Weise zu reagieren. Viele von uns haben wenigstens den Umsatz des vergangenen Jahres abgesichert und versucht, diesen zu bringen bzw. ggfl. etwas zu überbieten. Darauf wurde Hauptaugenmerk gelegt. Ist es doch eh schon schwer, in besonders bevölkerungsschwachen und auch einkommensschwachen Regionen einen übermäßig hohen Umsatz zu bringen. Noch dazu, wenn viele Fluganbindungen fehlen. Und auch der massive Ausbau des Direktvertriebes übers Internet durch ALL selbst trägt nicht unwesentlich zu generellen Rückgängen in den Reisebüro-Umsätzen bei. Als Lohn dafür bekommen wir immer höhere Mindestumsätze bei vielen Veranstaltern aufgedrückt und die Eingangsprovision von zweistellig auf einstellig abgewertet. Das ist schlichtweg ein "Schlag ins Gesicht". Und das auch mal wieder von Alltours. Ich habe deshalb meine Agentur an ALL jetzt zurückgegeben und kann durchaus auf Alltours verzichten. Das sollten andere Klein-Agenturen auf GL der uns vorgelegten neuen Provisionsregelung ab November für das beginnende Sommerprogramm auch tun. Und der Malus (die TUI hat ihn auf Druck der RB's abgeschafft) ist nach wie vor bei ALL relevant und würde dann ebenfalls neu greifen oder man ist mit acht Prozent zufrieden. Davon kann man aber nicht als eigenständiges Büro existieren; zehn Prozent Grundprovision sollte ein Muss sein! Da zeichnen sich wahre Partner der Reisebüros aus. Alles andere ist nur Heuchelei und es geht nur noch darum, Aktionäre zu befriedigen und Maximalgewinn zu machen. Dies habe ich in einem Brief an die Geschäftsleitung von ALL bereits ausgedrückt. Mir ist auch klar, das wird die wohl eher wenig interessieren aber das ist mir auch egal, ich für meinen Teil habe das für mich Richtige getan, indem ich die ALL-Agentur gekündigt habe unter Berufung auf diese neuen gravierend schlechten Provisionsregelungen für Klein-Agenturen! Auch gegenüber meiner Kooperation (TSS) habe ich meinen Schritt erklärt.
Reisebüro GLOBUS, Döbeln
Alles unter zehn Prozent ist betriebswirtschaftlich nicht zu vertreten. Und 0,5 Prozent mehr an Provision ab einem Umsatzzuwachs von 36.750 Euro auf bereits gebuchte 175.000 Euro ist kein toller Anreiz mehr zu machen. Wann kommt die Serviceentgelt-Regelung in der Touristik an? Wem macht das noch Spaß? Es wird wirklich Zeit, dass die Reisebüros Ihre Vertriebsmacht ausspielen.
Michael Gebhardt, Travel Agents Community
So kennen wir doch seit Jahren Alltours. Ein Partner auf den man sich verlassen kann, dass spätestens im nächsten Geschäftsjahr die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass man Alltours am liebsten aus dem Sortiment befördern würde. Rückblickend hatte Alltours im vorletzten Geschäftsjahr mit der Sammelkündigung vieler Agenturen durch die RTK zu kämpfen. Grund für diesen Aufruf der RTK an ihre Agenturen war das für viele Büros unwirtschaftliche Provisionsmodell und die Kündigung der Alltours Sammelagentur bei der RTK. Genau zu diesem Zeitpunkt als die Kündigungen bei Alltours auf dem Tisch lagen, warb Alltours in den Tourismus-Zeitschriften mit einem neuen verbesserten Provisionsmodell. Hierbei erhielten die Agenturen ab 35.000 € Umsatz bereits zehn Prozent. Dies war für viele Agenturen auch der Grund wieder in das Alltours Boot einzusteigen. Nicht für uns. Wir haben weiterhin unsere Buchungen bei der RTK platziert und als Treuebonus für alle Alltours Buchungen im letzten GJ zehn Prozent erhalten. Dieses GJ wurden zwar nur mit acht Prozent verprovisioniert, aber das waren acht Prozent kalkulierbare Provision. Um eben diese acht Prozent im kommenden GJ bei Alltours zu erhalten, müssen die Agenturen nun 45.000 € erreichen und um auf zehn Prozent zukommen, wurde der Mindestumsatz um 100 Prozent von 35.000 auf 75.000 angehoben. Da frage ich mich, wie Alltours darauf kommt, dass wir im Reisebüro Zuwächse von 100 Prozent erzielen können. Wir sind auf jeden Fall froh, in den letzten Jahren konsequent unsere Umsätze gegen Alltours gesteuert zu haben.
Ulrike Ockoniewski, Ulli's Reisebüro, Bochum
Wer braucht als Reisebüro so ein schlechtes Provisionsmodell. Aber Alltours möchte bei den großen Veranstaltern mitmischen und will Druck aufbauen. Das ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, wir werden wegsteuern. Reisen unter dem Druck eines Veranstalters buchen, wem macht das Spaß. Aber der ständige Wechsel in der Führungsriege von Alltours bringt wahrscheinlich diese Ideen zum Nachteil des Vertriebs hervor. Dabei bringt uns doch der Kunde unsere Provision ins Büro, aber Alltours und die anderen Veranstalter entscheiden, ob acht, neun oder zehn Prozent an den Vertrieb geht und drohen auch noch mit Malus. Zum Glück gibt es noch Veranstalter, die gemeinsam mit den Reisebüros für die Kunden und interessante Reiseziele da sind.
Detlef Schumann, Reisebüro Vital Tours
Auch ich kann mich dieser Unzufriedenheit über die neue Provisionsregelung nur anschließen. Ich bin eine Junior-Agentur und habe meinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gesteigert. Damit liege ich aber knapp unter der Grenze zu 75000,-€. Trotz Umsatzplus gibt es statt einer Belohnung eine Kürzung der Provision gegenüber dem Vorjahr von zehn Prozent auf 9,5 Prozent! Das ist kein faires Geschäftsverhalten! Das habe ich auch schon bei der Alltours Agenturbetreuung zum Ausdruck gebracht. Es wäre toll, wenn auf Alltours der Druck so groß wird, dass das Modell noch mal überdacht wird.
Anke Herrmann, Reisebüro Elstertal
Management Schulung Grundkurs: Das letzte, wo gekürzt werden darf, ist der point of sale. Dort wird das Geld erwirtschaftet, das ihr einsetzt. Was also soll man von Veranstaltern halten, die bereits soweit gekommen sind, dass sie dort anfangen zu kürzen? Kann ich solchen Veranstaltern noch meine Kunden mit gutem Gewissen anvertrauen? Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: - Das Management beherrscht die Grundlagen nicht - Der Veranstalter ist gezwungen, bereits am point of sale zu kürzen. Was schlimmer ist, ich weiß es nicht! "Der Markt zwingt uns...ist lächerlich! Brauchen wir wirklich einen Markt, in dem der niedrigste Preis, -egal wie das einzige Kriterium ist? "Zuckerbrot und Peitsche..." ist nicht die Sklaverei seit Jahrzehnten abgeschafft? - Geht es gut, und ich steigere den Veranstalterumsatz, -setzt ihr die Umsatzschwelle hoch und kürzt mir die Provision spätestens im Folgejahr. - Geht es schief, hab ich nicht nur Geld für Werbung bezahlt, sondern darf auch noch einen Teil der erhaltenen Provision zurückzahlen. Internet und Direktvertrieb: Eigentlich ist das ein Informationsmedium, aber wie jedes Informationsmedium kann es auch als Verkaufsmedium zweckentfremdet werden. Eigentlich sind hier der niedrigste Preis, der beste Webdesigner, das beste Image des Portals, die einzigen Kriterien für den Verkauf, - niemals die Qualität-. In diesem Reigen sind die Veranstalter selbst immer den Programmierern und den Designern mit ihrem Direktvertrieb unterlegen und ausgeliefert. Weshalb sie trotzdem so intensiv darauf setzen, ich weiß es nicht. Jedes auch nur mittelmäßig arbeitende Internetteam wir sehr schnell darauf kommen, dass der "Einkauf über Internet" nur ein kleiner weiterer Schritt ist. Dann, liebe Veranstalter, seid ihr draußen und in keinster Weise mehr konkurrenzfähig. Die Einzigen, die mit euch zusammen, sowohl den konventionell buchenden Kunden bedienen können, als auch ein Veranstalterimage schaffen können, das eure Produkte auch online erfolgreich anbietet, sind wir Reisebüros, ob stationär oder im Internet mit persönlichem Service. Wir werden unseren Teil immer dann gerne erfüllen, wenn auch unsere Rendite stimmt. Ich möchte zuverlässig wissen, was ich für meine Arbeit bekomme. Auf den Deal, euren Anteil des Risikos mit zu tragen, eure Rendite zu Lasten meines Ertrages zu steigern, lasse ich mich nicht ein. Ich muss nicht alles verkaufen. Guten Urlaub zu vernünftigen Preisen und mit einer klaren, zuverlässigen Vergütung (ihr übernehmt ja auch nicht mein Unternehmerrisiko), das macht euch für mich interessant. Mit "schaun wir mal, was für mich dabei rauskommt", kann niemand sinnvoll arbeiten. Wenn ich 98 Prozent vom Vorjahr erfüllen muss, macht es wenig Sinn Geld für Webung einzusetzen, den Umsatz deutlich zu steigern, um im Folgejahr zurückzuzahlen. Und dann diese ständig gravierend steigenden Umsatzerwartungen, auch ich wünsche mir jedes Jahr 15 Prozent Umsatzsteigerung! Macht solche Produkte, dass ich diese 15 Prozent habe, wenn ihr könnt! Dann braucht es keine "Züchtigungsandrohung", ich wehre mich nicht gegen Mehrumsatz!
Hartmut Huth, Reisebüro Huth, Dortmund
Erst ködert alltours nach dem Rauswurf von RTK die Reisebüros einen Agenturvertrag abzuschließen und vergütet zehn Prozent. Nach zwei Jahren zeigt alltours nun Dank für den vielen Umsatz von Hunderten Kleinagenturen indem im neuen GJ nur noch sieben oder acht Prozent vergütet werden. Das sollten wir Kleinagenturen nicht hinnehmen. Wir haben sicherlich keine Ambitionen alltours im neuen Geschäftsjahr mehr Umsatz zukommen zu lassen als es unbedingt sein muss. Vielleicht geht der Schuss dann nach hinten los und diese besinnen sich wieder auf mehr Reisebürofreundlichkeit, indem sie wieder eine angemessene Provision vergüten.
Manfred Schmid, Reisebüro Fortuna, Memmingen

