Leserkommentare zu:
Rewe-Touristik lenkt im Moreback-Streit ein
Vom 09.11.2011:Niemand braucht diese Bonussysteme, es nervt nur noch! Telefonrechnung mit Gutschein für, Stromrechnung mit Gutschein für, Reiseunterlagen mit Gutschein für... Natürlich machen diese Leute das nicht, um mir eine Freude zu machen, sondern erwarten selbstverständlich, dass ich so animiert werde, weiteres Geld auszugeben. Mal nachgedacht: Da gibt die REWE-Touristik ihren Kunden ein ganzes Gutscheinheft, das ihn veranlassen soll einzukaufen, einzukaufen, einzukaufen...Wenn der Kunde das dann tatsächlich tut, fehlt ihm natürlich dieses Geld, um seine nächste Reise zu buchen, dafür hat er jede Menge Kram, den er sonst eventuell gar nicht gekauft hätte. Warum sind wohl diese Gutscheinaussteller so "spendabel"? Doch nur, weil sie sich davon ein Geschäft versprechen. Da jeder Euro aber nur einmal ausgegeben werden kann, fehlt er dann bei der Buchung. Noch schlimmer ist die Rückvergütung bei Buchung über einschlägige Onlineportale. Mal drüber nachgedacht, zerstört das jede seriöse Kalkulation, schadet also in erster Linie dem Veranstalter. Dass Beratung und artgerechte Zusatzverkäufe, die jedes Reisebüro bietet komplett verloren gehen, dafür wird der Verkauf nahezu ausschließlich auf den Preis reduziert. Ob das im Interesse der Kunden ist? Im Interesse der Veranstalter und Reisebüros kann es nicht sein.
Hartmut Huth, Reisebüro Huth, Dortmund
Die Vertriebler/innen aller Veranstalter sollten sich dringend mal darauf besinnen, welche Vertriebswege für ein qualitativ hochstehendes und anspruchsvolles Produkt wie Urlaubs- und Geschäftsreisen geeignet sind. Rabatte, Rückvergütungen und scheinbare Boni sind es jedenfalls nicht, denn wer Rabatte gewähren kann, hat diese offensichtlich bereits einkalkuliert. Solche Aktionen machen unglaubwürdig und generieren keine Kunden. Allenfalls bekommen Kunden das Produkt billiger und die Marge sinkt drastisch. Sieht man sich z.B. das Image der amerikanischen Airlines und deren wirtschaftlichen Ergebnisse über die letzten 15 Jahre an, dann ist das Dilemma offensichtlich: Die Commission Caps brachten weder höhere Renditen noch günstigere Preise für den Endkunden, die Servicequalität ist massiv gesunken, die Reklamationsquote deutlich gestiegen und der stationäre Vertrieb weitestgehend vernichtet. Trotzdem schrieben die relevanten Airlines im genannten Zeitraum mehrheitlich rote Zahlen. Unsere beiden größten VA's stehen auch nicht gerade blendend da. Seit z.B. AIDA über Tchibo, LIDL & Co verramscht wird, ist das Niveau und damit das Image der Schiffe deutlich gesunken. War nicht Herr Eichler mal bei Mediamarkt, dessen Billig -Billig-Konzept momentan gerade grandios an die Wand gefahren ist? Ryanair verdient sein Geld nicht mit den Flügen, sondern mit der Abzocke Drumherum und im Winter 80 Maschinen grounden und das Personal entlassen und es damit dem Steuerzahler aufzubürden, nur dass der Shareholder den sommerlichen "Gewinn" privatisieren kann die allgemeinen Kosten aber sozialisiert werden. Ich glaube Sklavenhandel war humaner. Sklaven konnten nicht entlassen werden. Sie wurden verkauft.
Ekkehardt Kaifel, IHRE REISEWELT, Wangen
Dann interessiert mich die geneigte Meinung exemplarisch von Thomas Cook und 5-vor-Flug/FTI, die neben vielen anderen ebenso prominent auf moreback.de vertreten sind und entweder gar nicht mehr wissen, wer was mit ihren Reisen tut, oder die das als zusätzlichen Abverkaufskanal wohlwollend dulden. Haben die einen Agenturvertrag, oder wo buchen sie unter?
Wolfram Schneppe, Fischbacher Reisebüro, Nürnberg
Man sollte der Rewe Gruppe zu der, wenn auch späten Einsicht, gratulieren. Es kann doch wirklich nicht sein, dass wir gegen die Rückvergütungssysteme der Banken Sturm laufen, weil sie dem stationären Reisevertrieb und der ganzen Reisebranche schaden aber andererseits den Reisekunden bei Buchung einer ITS Reise diverse Boni wie Rückvergütungen beim Kauf im Internet anbieten, die dem stationären Vertrieb vieler Branchen schaden. Da die Einzelhändler der Umgebung zudem meist auch die Kunden der Reisebüros sind, schadet dieses Bonussystem indirekt auch den Reisebüros. Da wurde leider mal wieder zu kurz gedacht.
Joachim Loock, Reiseservice Renate Loock, Hannover
Peinlich, peinlich - der Marketingdirektor hat sich den Kampf gegen diese unsäglichen Rückvergütungssysteme auf die Fahnen geschrieben, und dann das. Schön, dass der Druck des Vertriebs zu einer positiven Kehrtwende geführt hat. In diesem austauschbaren Segment kämpfen ITS, alltours, Thomas Cook und Konsorten halt mit allen Mitteln. Ändern wird sich nachhaltig daran nichts; das haben wir bei mehrfachen Hinweisen auf diese Praxis bereits selbst erfahren. Oft halten es die Verantwortlichen nicht einmal für nötig, auf entsprechende Schreiben zu antworten. Mindestumsätze werden gern gefordert; auf der anderen Seite lassen diese "Billigveranstalter" nichts unversucht, Buchungen lukrativ im Eigenvertrieb zu generieren, weil es ja immer noch attraktiver ist, dem Kunden einen Preisvorteil einzuräumen als den Vertrieb auskömmlich zu vergüten. Alles nicht sehr nachhaltig, denn die angesprochene Klientel rennt immer dahin, wo einer noch mehr Preisvorteile verspricht.
Ralph Schreiber, ALBATROS Reisen GmbH, Essen
Ich denke, da sind alle großen VAs dabei, oder? Und das macht den Markt kaputt.
Christin Hoffmann, Flugbörse Zwickau, Zwickau

