Leserkommentare zu:
Kein Schlaufengurt in Notsituationen
Vom 23.07.08:Ein Frustthema, weil man als Airliner gegen eine Wand redet... Es ist seit Jahren bekannt, dass Kleinkinder im Falle einer Notlandung besonders gefährdet sind. Durch die kinetischen Kräfte sind aber selbst die Sitze Schwachpunkte. Im Falle eines Crash lässt sich aber ein Kind auch nicht festhalten, weshalb Fachleute seit Jahren Gurtsysteme oder (besser) feste Sitzplätze fordern! Das Problem sind die Kindersitze, die aus Autos lassen sich oft nicht verwenden, weil die Flugzeugsitze dafür nicht vorbereitet sind. Vielleicht sollte mal jemand mit Recaro reden - einer der nicht ganz unbekannten Sitzhersteller. Nun - das sind Notlagen. Es gibt insbesondere (aber nicht nur) im Pazifikbereich aber auch Fälle, wo ungesicherte Kleinkinder (und selbst Erwachsene) durch die Kabine flogen, weil ein Flugzeug unerwartet in ein "Luftloch" (eine starke Luftströhmung) geriet - eine schöne Beschreibung wie das wirkt bspw. in Michael Crichton's Thriller "Air Frame". Genauso selten wie Freak-Waves ("Kaventsmänner")? Die Bremen hat auch das erlebt. Und ich habe Notlagen und auch einen Crash hinter mir. Abgesehen davon, dass die Strahlenbelastung kleiner Kinder sowieso ebenfalls seit Jahren in der Diskussion steht (ist es wirklich notwendig mit Kleinkindern zu fliegen?!), sollte mir für mein eigenes Kinn Sicherheit eigentlich wichtig sein. Größeres Thema, Rückfragen gern an juergen@barthel.eu. Jürgen Barthel, Leipzig
Es verblüfft mich immer wieder, dass die Hersteller von Flugzeugen ganz offensichtlich nicht gewillt oder in der Lage sind, eine Lösung für den sicheren Transport von Kindern zu realisieren. Und das angesichts der schwindelerregenden Summen, die für die Entwicklung und den Bau eines Flugzeuges ausgegeben werden. Die meisten Kfz-Hersteller sind bereits in der Lage, Kindersitze anzubieten, die in die normalen Sitze integriert sind oder dort sicher befestigt werden können. Und wenn ich genauso wie Diabetikeressen einen Kindersitz vorbuchen kann (was gar nicht nötig ist, da die Fluggesellschaften das Alter ja bereits bei der Buchung erfragen, somit also über mitreisende Kinder informiert sind), dann muss eine Airline nicht einmal unnötiges Gewicht in Form von nicht benötigten Kindersitzen mitführen. Der Hinweis, für das Kind einen separaten Sitzplatz zu buchen, ist auch nicht wirklich hilfreich. Angesichts der Flugpreise nehmen sowieso immer mehr Familien Abstand von Flugreisen. Und die technische Ausstattung eines Flugsitzes bietet für Kinder auch keinen optimalen Schutz. Ich habe damit also nur das kleinere Übel gewählt. Stellen Sie sich nur einmal vor: eine Familie kommt in Deutschland in eine Verkehrskontrollen und der Beifahrer hat das Kind auf dem Schoß. Und das vielleicht nocht bei starkem Regen oder Glatteis.
Es wird sich wohl nichts ändern, solange Fluggesellschaften nicht Gefahr laufen, auf der Schwarzen-EU-Liste statt auf deutschen Flughäfen zu landen.
Thomas Kratsch, Ohrdruf

