Leserkommentare zu:
Thomas Cook Reisen erhebt Disagio-Gebühr
Vom 05.07.2010:Hat jemand schon einmal die Rechtmässigkeit dieses Vorgehens hinterfragt?
Im HGB finde ich dazu: Zitat § 87b: "(2) Die Provision ist von dem Entgelt zu berechnen, das der Dritte oder der Unternehmer zu leisten hat. Nachlässe bei Barzahlung sind nicht abzuziehen; dasselbe gilt für Nebenkosten, namentlich für Fracht, Verpackung, Zoll, Steuern, es sei denn, daß die Nebenkosten dem Dritten besonders in Rechnung gestellt sind." Zwar wird den Agenturen z.B. im Fall von TOC \"nur\" ein Disagio in Höhe von 0,6% des Reisepreises berechnet, aber bei einer Einstiegsprovision, die für viele Agenturen bei nur - und hier kann man wirklich von einem Nur sprechen - bei nur 6% liegt, reden wir hier immerhin von 10% unserer Einnahmen!! Jetzt berechnet TOC den Kunden im Falle einer Überweisung auch noch 3,- EUR Bearbeitungsgebühr. Abgesehen von der Zulässigkeit einer solchen Vorgehensweise - einen Hinweis auf die Gebühr findet man nur in den AGB -, wird dies dazu führen, dass die Kunden vermehrt nach anderen Zahlungsoptionen fragen und sich die Anzahl der Kreditkarten-Zahlungen somit erhöhen und unser Verdienst verringern wird. Hinzu kommt noch der erhöhte Beratungs- bzw. Erläuterungsaufwand. Und wenn TOC schon die Kunden zur Kasse bittet, warum dann nicht auch gleich im Falle der Kreditkartenzahlung? Schliesslich ist es der Kunde, der i.d.R. hiervon profitiert, u.a. durch die eingeschlossenen Versicherungsleistungen. Statt dessen werden wir gleich doppelt zur Kasse gebeten, durch die Disagio Kosten und den Wegfall der Versicherungsprovision! Was müssen sich die Reisebüros noch alles gefallen lassen? Vielleicht sollen wir als nächstes auch noch die Portokosten für den Unterlagenversand oder analog zu dem Vorgehen der LH, die Kosten der Reservierungssysteme übernehmen. Als TOC im letzten Jahr bekannt gab, die Bereiche Marketing/Vertrieb und eCommerce unter der Leitung von Herrn Würst zusammenzuführen, war eigentlich schon klar, dass dies nichts Gutes für die Reisebüros bedeuten würde, was jetzt durch die \"Sofortrabatt-Aktion\" im Eigenvertrieb und die Disagiokosten für Reisebüros nur nochmal verdeutlich wird. Hiervon sollte in erster Linie die REWE profitieren können: Kein Malus, Disagio schnell wieder zurückgenommen und eine \"Reisebürofreundlichkeit\", die durch van den Berg und Schiller glaubhaft rübergebracht wird.
Ob auch die TUI profitieren wird, wird sich zeigen, wenn der neue Vertrag auf dem Tisch liegt. Hier wird entscheident sein, wie man mit dem Malus umgeht und auch die Disagiokosten stehen hier noch zur Debatte.
Ralf-Gunnar Ludwig, Hannover
Und weil Neckermann / TC das seit vielen, vielen Jahren so mit "uns" macht, haben wir längst die Agentur zurückgegeben, leben bestens damit und buchen die nur, wenn aber auch gar nichts anderes mehr geht...
Wolfram Schneppe, Nürnberg
Gerade weil TC diese Gebühr nicht weiterbelastet hat, habe ich diesen VA mit bevorzugt bei den höherwertigen Reisen angeboten. Das werde ich zukünftig bestimmt nicht mehr tun.
Ingrid C. Oellien, Bonn
Ja, das ist von Thomas Cook eine absolute Unverschämtheit, vor allen Dingen, dies auch auf die Preissensibilität der Kunden zu schieben. Genau wie bei der Gebühr (3,-- €) für die Überweisung eines Kunden, die damit begründet wird, dass der Arbeitsaufwand höher ist, weil die Kunden die Überweisungsformulare nicht richtig und vollständig ausfüllen würden. Für mich steht fest, dass Thomas Cook hiermit eine zusätzliche Einnahmequelle auftut. Desweiteren will Thomas Cook ja mehr mit Ihrer Marke in den "Massenmarkt" und hat hier einige sehr komfortable Zusatzleistungen für die Wintersaison gestrichen. Dann brauchen die Agenturen auch kein Thomas Cook mehr verkaufen, sondern können gleich – wenn überhaupt – zu Neckermann greifen. Hier sollten die Agenturen künftig einfach mehr steuern und diesem Veranstalter aufzeigen, dass es dann andere Veranstalter gibt, die effektive Mehrleistungen für den Kunden bieten (wie z.B. TUI).
Werner Lukaszewicz, Baden-Baden
Der leichteste Weg für Reiseveranstalter ihren Service dem Kunden gegenüber zu verbessern ist es, bei den Reisebüros anteilig den Disagiobetrag zu belasten.Während vor ein paar Jahren kaum ein Kunde mit Kreditkarte zahlen wollte und viele Reisebüros es noch nicht als bedrohlich angesehen haben, so hat sich das in den letzten Jahren doch sehr geändert. Möchte NEC/TOC dem Kunden anbieten, mit der Kreditkarte zu zahlen, warum teilen sie sich die Gebühren nicht mit dem Kunden? Einfach separat ausweisen, wie es bei der Air Berlin auch der Fall ist und der Kunde kann dann frei entscheiden, ob er die 0,6% zahlt oder den Betrag doch kostenfrei vom Konto abbuchen lässt. Warum soll das Reisebüro diesen Anteil zahlen, denn es mindert natürlich die verdiente Provision und das Reisebüro hat keinen Vorteil. Es gab Zeiten da wurden die Reisebüros von NEC/TOC auch als gute Kunden betrachtet, denn wir sind diejenigen, die den Kunden empfehlen, die Reise bei NEC oder TOC zu buchen, wenn die Konditionen für den Kunden gut sind. Zunehmend entsteht für uns Reisebüros doch eher der Eindruck, dass wir toleriert, aber nicht unbedingt benötigt werden. Oder behandelt man mit Provisionskürzungen in vielen Variationen gute Großkunden? Eine gute Geschäftsbeziehung besteht immer dann, wenn beide Geschäftspartner zufrieden sind. Das ist seit den ersten Ansätzen der Malusregelungen vor 6 Jahren leider schon nicht mehr der Fall: Auch die verminderten Provisionen bei den Bausteinprodukten und den angedachten extrem erhöhten Mindestumsätzen beim NEC-B-Sortiment - für 2010/2011 geplante Erhöhung von 30.000 Euro auf 50.000 Euro (Fußnote der letzten "Provisonsregelungsmappe 2009/2010"), tragen nicht dazu bei. Auch der Mindestumsatz im A-Sortiment soll sich auf 150.000 Euro erhöhen. Es hat vielleicht ein paar Jahre gedauert bis mindestens 50% der Reisebüros die Nachteile geistig erfasst haben. Aber mittlerweile geht es bei vielen Reisebüros doch um die Existenz und da läppern sich 0,6% hier und gekürzte Provisionen schnell zu stattlichen Provisionsabgaben, die für ein erträgliches Einkommen erforderlich sind. Eine Provision unterhalb von 10% ist für ein Reisebüro auf Dauer nicht auskömmlich. Das steht nicht nur in jedem Artikel der Fachpresse und das wird z.B. nicht nur von der Reisebüro-Kooperation QTA/RTK immer wieder an die Reiseveranstalter herangetragen. Nein, es kann jedes Reisebüro schlicht bestätigen. Für uns Reisebüros steht der Kunde im Mittelpunkt. Ihm wollen wir seine gewünschte Traumreise ermöglichen oder den Flug zu besten Konditionen. Da muss das Produkt des Reiseveranstalters im Vordergrund stehen. Es kann nicht sein, dass der Kunde ggf. einen höheren Preis zahlt, weil noch Mindestumsätze bei dem Veranstalter gebucht werden müssen oder weil man bei einem anderen Veranstalter mehr verdient. So können wir zu unseren Kunden keine gute Geschäftsbeziehung pflegen, und wir verlieren die Augenhöhe zu unseren Kunden. Einseitige Geschäftsbeziehungen mit nur Vorteilen für einen Geschäftspartner sind nicht zeitgemäß und treiben die Reisebüros automatisch zu den mittleren Reiseveranstaltern, wie FTI oder Schauinslandreisen, da die Geschäftsbeziehung hier für beide Seiten gut sind und auch der Kunde nicht den geringsten Nachteil hat, sondern eher weitere Vorteile. Ein Reisebüro kann sich für NEC/TOC wünschen, dass sie nicht nur die nachwirkende Wirtschaftkrise in die Zukunftsplanung einbeziehen, sondern genau wie andere Reiseveranstalter wieder eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit uns suchen. Die Grenzen der Toleranz wurden da leider schon lange überschritten.
Heike Lessner, Lüneburg
Ich finde das Verhalten von TC als absolute Unverschämtheit. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Manager habe als Gehirn einen Teller, von dem immer und immer wieder gemachte Erfahrungen herunterfallen, wenn was Neues dazukommt. Sie kennen bestimmt diese Spiele auf dem Jahrmarkt mit den Münzen. Was glaube die eigentlich, was Sie sich erlauben können. Damals wurde TC mit dem Provisionsmodell abgestraft....gelernt haben die daraus aber nicht. Alltours ist nach dem einknicken auch aus den Regalen verschwunden. Noch immer...und es kommt auch nicht mehr ins Regal...mal sehen wie wir mit TC umgehen.
Sebastian Rosmus, Uetze
Jetzt reicht es! Eine weitere Provisionskürzung durch die Hintertür und die Agenturen haben keine andere Chance als den Umsatz bei einem anderen Veranstalter zu platzieren. Wir werden das tun! Schon das generelle Provisionsmodell aus dem Hause TC bringt mich auf die Palme. Wieso ist bei Erreichung der 10% Schwelle der Anfangs-Umsatz weniger wert, sprich, warum wird nicht der gesamte Umsatz retroaktiv nach-verprovisioniert? Das wäre ein Stück Fairness im unfairen Provisionsmodell aus dem Hause TC. Da lobe ich mir doch die Virtuellen und Mittelständischen Veranstalter ( LMX, SHR, ITT und so weiter) mit ihrer fairen Provision von 10% - 11% ab der ersten Buchung. Die Entscheidung, ob man Kreditkarten akzeptiert, liegt beim Veranstalter. Also soll er auch die Kosten tragen! Oder der Kunde, wenn er unbedingt mit Karte zahlen will. Denn jetzt werden die Reisebüros zweimal bestraft: 0,6% Provision weniger sprich 6%! der Provision und der Verkauf von Reiseschutz-Produkten wird den Reisebüros auch noch genommen denn die Kunden meinen ja mit Einsatz der Karte vernünftig für die Reise versichert zu sein, was ja oft nicht der Fall ist. TC verhält sich wie unsere derzeitige Bundesregierung: Musik wird bestellt aber bezahlen müssen andere. Die Regierung können wir erst in ein paar Jahren abwählen (wenn sie noch bis zur nächsten planmäßigen Wahl hält) aber Umsätze können wir sofort verlagern. Bei der TUI hat es doch funktioniert, warum nicht auch bei TC.
Rainer Jansen, Geilenkirchen
Generell verstehe ich die finanzielle Mehrbelastung der Veranstalter und somit die Weitergabe der CC-Gebühren. Aber warum sollen wir als Reisebüros dafür aufkommen bzw. warum haben wir den "Schwarzen Peter" und müssen den Kunden womöglich noch um ein Zusatzentgelt für die Annahme der Kreditkarte bitten. Der Kunde wird damit wiedermal mehr auf das Internet ausweichen, denn dort wird er nicht mit Einschränkungen dieser Art belastet. Weshalb wird diese Summe nicht dem Kunden zusammen mit dem Reisepreis auf der Reiseanmeldung berechnet. EDV-technisch dürfte das kein Problem sein, denn Veranstalter wie z.B. Phönix Reisen machen das ja auch bereits seit Jahren auf diesem Wege.
Reisebüro Welter, i.A. Larissa Hauten-Genel, Berlin-Spandau

